Kategorie: Vegetarische Gerichte

Willkommen in der bunten Welt der fleischlosen Verheißung – wo Zucchini regieren, Tofu manchmal die Konsistenz eines Radiergummis hat und Linsen als proteinreiche Helden gefeiert werden.
Die vegetarischen Gerichte der Mensa sind ein täglicher Beweis dafür, dass man mit Kreativität, Gewürzen (optional) und einem Schöpflöffel erstaunlich vieles „schmackhaft“ machen kann.
Hier treffen Nachhaltigkeit auf Studentenbudget und gelegentlich sogar Geschmack.

  • Mie-Nudeln in einer pikanten Karottensauce 

    € 4,30  |  6,25  |  8,20 | 27.06.2025


    Heute Mittag wurden die kleinen Gäumchen auf eine kleine Asienreise geschickt – allerdings nicht per Flieger, sondern für schmale 4,30€ in der Uni-Mensa.

    Ließ mich kurz vergessen, dass ich in einem neonbeleuchteten Speisesaal sitze und nicht auf einem Foodmarket in Bangkok.

    Die Nudeln:

    Also ganz ehrlich: Ich weiß nicht, was die in der Küche geraucht haben (vermutlich nur Kümmel), aber diese Nudeln waren ein Gedicht in Teigform.

    Nicht zu weich, nicht zu hart – einfach nudelmäßig perfekt gegart, wie von einem alten asiatischen Nudelmeister, der sich in der Mensa eingeschlichen hat, um sein Lebenswerk zu vollenden.

    Sie hatten Biss – aber keinen aggressiven „Zahn-ziehts-dir-gleich“-Biss, sondern den perfekten „Ich bin bereit, verzehrt zu werden“-Al-Dente-Vibe

    Die Sauce:

    Pikante Karottensauce – klang erstmal wie ein Scherz aus einer Bio-Kochsendung mit dem Titel „Heute kocht der Kaninchenflüsterer“.

    Nicht zu scharf, sondern „schön wach“ scharf – so, als hätte dir jemand freundlich ins Gesicht geflüstert: „Du lebst noch, Kollege!“

    Die Karotten haben eine süße Note beigesteuert, ohne dabei in kindlicher Möhrensuppe-Vergangenheit zu verfallen.

    Stellt euch eine Karotte mit Sonnenbrille vor. Genau so hat das geschmeckt.

    Die Cashewkerne:

    Meine Damen und Herren: Die Cashewkerne.

    Oder wie ich sie nenne: goldene Knusperjuwelen der Glückseligkeit.

    Perfekt angeröstet, haben sie alles getoppt. Ich weiß nicht, ob die Mensa einen eigenen Cashew-Gott eingestellt hat, aber diese Dinger hatten Crunch, Geschmack, und vor allem: eine Seele.

    Ich will dieses Gericht heiraten. Oder zumindest adoptieren.

    Sie haben geknackt, sie haben geschmeckt, sie haben mir kurz das Gefühl gegeben, ich sei in einem veganen Sterne-Restaurant in Berlin-Mitte – nur ohne Hipster mit Strohhut.

    Ein absoluter Schnapper. Für den Preis bekomme ich sonst höchstens ein belegtes Brötchen und einen leeren Blick vom Bäcker.

    Und zuletzt das ingesamte Mundgefühl:

    Angenehm ausgewogen – die Nudeln federleicht mit genau dem richtigen Biss, die Sauce schön cremig ohne zu kleben, und die Cashewkerne setzen punktuell knusprige Highlights.

    Jeder Bissen hatte Struktur, nichts war matschig oder trocken – einfach rund und befriedigend.


    Dieses Gericht gehört zweifellos in die Top 10 Mensa-Gerichte aller Zeiten – direkt neben dem Hähnchenschnitzel im Knusper-Kürbismantel oder dem Seelachs mit Basilikumsauce bei der sich alle gefragt haben, ob ein echter Koch in der Küche eingesperrt war.

  • Paella mit veganem Hähnchen, Reis, Erbsen, Paprika und getrockneten Tomaten

    € 4,20  |  6,10  |  8,00 | 25.06.2025


    Heute auf dem Speiseplan: Paella mit veganem Hähnchen – klingt erstmal wie ein Kochduell zwischen Spanien und dem Bio-Markt ums Eck!

    Vegan? Ja. Hähnchen? Auch irgendwie. Geschmack? Verwirrend gut.

    🍚 Der Reis

    Der Reis war herrlich locker – kein klebriges Drama, keine klumpigen Brocken, die sich als Risotto verkleiden wollten. Einfach solider Paella-Reis, gut gewürzt, mit dieser typischen leicht mediterranen Note.

    Als hätte er kurz vor dem Servieren noch einmal „Vamos!“ gerufen und wäre dann in den Teller gesprungen.

    🟢 Das Gemüse

    Erbsen, Paprika, getrocknete Tomaten – ein bunter Mix, so lebendig wie ein Erasmus-Wohnheim kurz vor Mitternacht. Die Paprika war angenehm bissfest, nicht totgekocht, die Erbsen knackig und die Tomaten eine geschmackliche Wucht – fast schon zu fancy für unsere Mensa-Verhältnisse. Ich meine, getrocknete Tomaten? In der Mensa? Was kommt als Nächstes – Basilikum mit Studiengebühren?

    Es kam der erste Bissen – und der war so überraschend positiv, dass ich kurz das Gefühl hatte, irgendwo zwischen Barcelona und Berlin-Mitte zu sitzen.

    🌱 Veganes Hähnchen

    Jetzt zum Star des Tages: dem veganen Hähnchen. Oder wie ich es jetzt liebevoll nenne: Tofu mit Identitätskrise.

    Aber ehrlich: Es war überraschend gut! Die Konsistenz hat überzeugt – nicht zu gummiartig, nicht zu weich, keine mysteriöse Soja-Explosion im Mund. Es erinnerte tatsächlich an Hühnchen, nur ohne Federn, Tierleid und die moralischen Gewissensbisse nach dem Essen. Kurz gesagt: Das war kein Notnagel, das war ein echter Bestandteil der Mahlzeit.

    🧂 Würzung & Geschmack

    Mit dem passenden Einsatz von Salz und Pfeffer, wurde das Ganze geschmacklich richtig rund.

    Nur ein kleiner Kritikpunkt:

    Eine Joghurt- oder Zitronen-Kräutersoße hätte dem Gericht noch den gewissen Kick gegeben – ein bisschen Frische, ein bisschen Cremigkeit, vielleicht sogar ein bisschen Mensa-Michelin-Flair. Aber hey, man kann nicht alles haben.

    Sonst würde ich mich ja jeden Tag freiwillig für die Essenslinie anstellen.


    Ein Gericht, das nicht nur satt, sondern auch zufrieden macht – und das ohne tierische Kompromisse.

    Bitte öfter servieren – und keine Angst, ich bring Salz und Pfeffer auch selbst mit.

    (Möglicherweise auch eine Mini-Joghurtsoße in der Manteltasche. Man weiß ja nie.)

  • Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout

    € 3,40  |  4,95  |  6,50 | 16.06.2025


    Heute gab’s in der Mensa „Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout“ – wobei „Makkaroni“ wohl im Zeugenschutzprogramm unter dem Namen Farfalle laufen?!

    Willkommen zu einem kulinarischen Erlebnis zwischen Nudelsurprise und Linsen-Wellnessbecken.

    Die Mango hat abgesagt, die Tomate hat sich gehäutet, und die Linsen… sind einfach so.“

    Und so steht man in der Mensa, schaut auf sein Tablett und fragt sich, wann genau Makkaroni angefangen haben, Flügel zu tragen und sich als Farfalle auszugeben.

    Die Farfalle – formschön wie immer, aber leicht überfordert von ihrer eigenen Bestimmung.

    Zugegeben, sie waren nicht verkocht, was bei Mensanudeln schon fast als Auszeichnung gilt. Aber geschmacklich? Ein bisschen wie das weiße Hemd nach dem ersten Waschen – rein, aber ohne jegliches Profil.

    Sie lagen da, leicht klebrig, als wollten sie sich gegenseitig festhalten, um gemeinsam diese Soße zu überstehen. Heroisch.

    Ein Erlebnis irgendwo zwischen „vegetarische Träumerei“ und „war halt da“. Dafür gibt’s einen warmen Händedruck und den Trost, dass Nachtisch ja auch noch existiert.

    Die Belugalinsen hätten das Rückgrat des Gerichts sein können – waren aber eher das Rückgrat einer sehr traurigen Qualle.

    Sie schwammen in einem Pool aus Wasser, das vermutlich einst Mango und Tomate gekannt hat.

    Gewürzt waren sie wie ein Studenten-WG-Kühlschrank am Monatsende: gar nicht.

    Die Konsistenz war irgendwo zwischen „al dente“ und „war das mal ein Getränk?“.

    Ein Linsensalat ohne Meinung, ohne Richtung, aber mit jeder Menge Feuchtigkeit.

    Ein Essen wie ein WG-Mitbewohner im dritten Semester: leicht überfordert, ungewürzt, aber irgendwie sympathisch. Man isst’s, man lacht – und geht danach noch schnell zur Pommes-Theke.

    Besonders bemerkenswert: vereinzelte Tomatenhülsen, die wie Requisiten eines schlechten Kostümballs wirkten.

    Sie lagen da, wie entkernte Überreste eines besseren Lebens – leicht zäh, ein bisschen traurig, aber irgendwie charmant in ihrer Nutzlosigkeit.

    Die Mango? Vielleicht war sie metaphorisch gemeint. Oder im selben Topf, bevor jemand sagte: „Ups, doch lieber raus damit.“


    Dieses Gericht war wie ein Blind Date mit gutem Profilbild: Die Beschreibung klang aufregend, exotisch, ein bisschen verrückt – doch was auf dem Teller landete, war eher „nette Persönlichkeit“.

    Die Farfalle bemüht, die Linsen emotional noch nicht ganz bereit, und die Tomatenhülsen… vielleicht einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

  • Pasta Capri mit veganem Hähnchen 

    € 3,65  |  5,30  |  6,95 | 13.06.2025


    Mutig wie eh und je habe ich mich an diesem sagenumwobenen Freitag, dem 13., in die Mensa gewagt – und was soll ich sagen?

    Ich wurde nicht enttäuscht (weder vom Essen noch vom Aberglauben

    Freitag, der 13.? Nicht für meine Geschmacksknospen – die hatten heute eindeutig Glück!

    Wo soll ich mit dem Lob nur anfangen?!

    Die Farfalle waren wirklich ein Gedicht. Nicht dieser matschige Einheitsbrei, den man manchmal in Großküchen fürchten muss, sondern angenehm bissfest – als hätte jemand in der Mensa kurz einen echten Italiener um Rat gefragt.

    3,65 €? Für den Preis hätte ich früher nicht mal ’ne halbtraurige Brezel am Bahnhof bekommen. Jetzt krieg ich Pasta mit Flair – what a time to be alive!“

    Die Pasta war weder klebrig noch trocken, sondern schön geschmeidig mit genau der richtigen Menge Soße. Bonuspunkte dafür, dass sie nicht einfach lieblos auf den Teller geklatscht wurden.

    Ein optisches und geschmackliches Highlight!

    Hähnchenimposter mit Geschmack

    Okay, ich gebe es zu – bei „veganem Hähnchen“ ist meine innere Skepsis normalerweise schneller am Start als mein Mensakonto leer ist. Aber heute? Hut ab! Die Textur war erstaunlich nah am Original: außen leicht kross, innen angenehm saftig – und das ganz ohne Gummihuhn-Feeling, das man leider viel zu oft kennt.

    Geschmacklich wirklich gut gewürzt, ohne zu penetrant zu sein. Kein Soja-Geschmack, der dir die Geschmacksknospen in den Streik treibt.

    Mehr davon bitte – öfter und gerne in Kombination mit anderen Gerichten!

    Und hier leider der einzige kleine Wermutstropfen im Capri-Paradies.

    Das Gemüse – vermutlich Zucchini, Paprika und ein paar Karotten – hatte offenbar einen Schwimmkurs gebucht.

    Es war wohl frisch aber zu verkocht – so wässrig, dass ich zwischendurch nach einem Abfluss auf meinem Tablett gesucht habe.

    Pasta Capri klingt wie ein teures Urlaubsziel – aber für 3,65 € ist man eher kulinarisch auf Klassenfahrt. Und das war heute echt ’ne gute!

    Geschmacklich war es etwas zu zurückhaltend, fast so, als hätte es Angst, den veganen Star des Tellers zu überstrahlen.

    Vielleicht beim nächsten Mal einfach ein bisschen länger abtropfen lassen oder leicht anbraten – das würde dem Ganzen nochmal mehr Charakter verleihen.


    Ein starkes Gericht mit viel Potenzial – insbesondere Nudeln und veganes Hähnchen hätten heute glatt einen Mensa-Oscar verdient.

    Nur das Gemüse sollte noch seinen Text proben, bevor es wieder auf die Bühne darf. Aber hey – für 3,65 € war das fast schon ein kulinarischer Glücksfall!

  • Süßkartoffel-Gnocchi auf buntem Gemüse mit fruchtiger Kokossoße

    € 3,70  |  5,40  |  7,05 | 11.06.2025


    Heute ging’s exotisch zu in der Mensa:

    Süßkartoffel-Gnocchi, buntes Gemüse, fruchtige Kokossoße – klang, als hätte das Gericht einen Kurzurlaub in Thailand gemacht und sich dann spontan fürs Lehramtsstudium entschieden.

    Ich war neugierig und hungrig, eine gefährliche Kombination.

    War’s ein Essen?
    War’s ein Snack?
    Ich weiß es nicht – aber ich würd’s wieder tun.

    Erster Eindruck: hübsch!

    Farbenfroh, dampfend, leicht duftend nach Kokos und Hoffnung. Das Gemüse machte einen munteren Eindruck – als wären Zucchini, Paprika und Karotte zusammen zum Yoga gegangen und hätten sich auf innere Ausgeglichenheit geeinigt. Sehr nett.

    Die Gnocchi?

    Wow – echt lecker! Nicht so sehr Süßkartoffelig im Geschmack, aber dafür leicht knautschig und mit einer dezenten Süße, die sich nicht in den Vordergrund drängte, sondern einfach charmant da war.

    Man hatte beim Kauen dieses angenehme „Ich-bin-noch-da“-Gefühl, was bei Mensa-Gnocchi durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Keine Spur von gummiartiger Traurigkeit – stattdessen angenehm flauschig mit zartem Biss. Ein bisschen wie kleine, süßliche Wolken mit Charakter.

    So wie dieser eine Kommilitone, der nie was sagt, aber immer die besten Noten hat.

    Und sonst dazu?

    Die Kokossoße war fruchtig, wie versprochen – ein Hauch von Mango? Ananas?

    Irgendwas Tropisches jedenfalls, das mit dem Gemüse Händchen hielt und dabei freundlich „Namaste“ sagte. Insgesamt eine schöne Kombination, bei der man kurz vergaß, dass man eigentlich zwischen zwei Vorlesungen in einer überfüllten Mensa sitzt.

    Das bunte Gemüse war größtenteils auf den Punkt gegart – nicht zu labberig, nicht zu roh. Zucchini mit noch erkennbarem Biss, Karotten leicht knackig, Paprika leicht weich, aber nicht traurig.

    Man merkte: Das Gemüse wollte, dass es auffällt – hat’s aber trotzdem nicht übertrieben. Alles in allem: gute Balance, aber ein Tick mehr Röstaroma oder Würze hätte das Ganze noch vom „gut“ ins „richtig gut“ katapultiert.

    Wie nennt man es, wenn die Gnocchi perfekt sind, aber man danach trotzdem hungrig ist:

    Kulinarische Friendzone.

    Die traurige Erkenntnis:

    Nach dem letzten Bissen Gnocchi war ich zwar glücklich – aber auch noch ein bisschen hungrig. Nicht „ich geh nochmal zur Theke“-hungrig, sondern eher „Ich könnte jetzt noch einen halben Döner nachlegen“-hungrig.

    Das Gericht war lecker, aber irgendwie zu leicht für den Studienalltag.

    Für ein Snack-Date top – fürs Kantinen-Koma zu wenig.


    Und so bleibst dabei:

    Lecker, liebevoll gemacht und schön fürs Auge – aber eher ein Snack als eine Mahlzeit.

    Geschmack: top, Sättigungsfaktor: eher low-carb auf emotionaler Ebene.

    Mehr Gnocchi, mehr Glück!

  • Bratnudeln mit frischem Gemüse, Räuchertofu und Ei 

    € 4,10  |  5,95  |  7,80 | 10.06.2025


    Das Menü klang auf dem Papier wie eine solide Nummer – ein bisschen Wok-Feeling, ein bisschen Protein durch Tofu und Ei, dazu buntes Gemüse.

    Ich war auf jeden Fall gespannt, beim Anstehen in der Schlange…

    Warum essen Studierende immer Nudeln?
    Weil sie die einzige Beziehung sind, die nicht kompliziert ist!

    Was mich dann auf dem Teller erwartete, war… nun ja, zunächst einmal eine sehr großzügige Portion.

    Wer nach dieser Mahlzeit noch Hunger hat, muss entweder ein Leistungssportler sein oder hat vorher 3 Tage gefastet.

    Also: satt wird man auf jeden Fall – Punkt für die Mensa!

    Die Nudeln selbst?

    Leider etwas auf der weichen Seite. Bratnudeln, wie man sie sich wünscht – außen leicht kross, innen noch etwas Biss – waren das heute eher nicht. Stattdessen gaben sie sich eher als warme, brave Kohlenhydrate, die einfach nett sein wollten, ohne sich groß in den Vordergrund zu drängen. Geschmacklich… zurückhaltend.

    Man könnte auch sagen: neutral. Oder diplomatisch. Vielleicht wollten sie einfach keinen Streit mit dem Räuchertofu anfangen.

    Apropos Tofu: Der war da. Man hat ihn gesehen. Man hat ihn auch erkannt. Aber der Räucher-Anteil hat sich eher auf die Farbe als auf das Aroma konzentriert. Wer sich auf eine rauchige Geschmacksexplosion gefreut hat, bekam eher einen sanften Hauch von „Ich war mal in der Nähe eines Grills“.

    Trotzdem: kein Totalausfall. Eher ein Gericht, das ganz freundlich „Hallo“ sagt – aber das Gespräch lieber anderen überlässt.

    Dazwischen: Gemüse!

    Klingt erstmal gut – und da gab es tatsächlich einen Lichtblick: die Edamame. Ehrlich – diese kleinen grünen Bohnen waren das einzig wirklich bissfeste, frische Element im Gericht. Sie hatten Struktur, Persönlichkeit – fast sowas wie Charakter. Vielleicht waren sie aus Versehen drin, aber ich war dankbar für sie. Die restlichen Gemüseelemente (ein paar Zucchini, Paprika?) waren eher weichgekocht bis scheu.

    Geschmacklich leider heute alles eher im Wellness-Modus: entspannt, aber wenig aufregend.


    Mein Fazit?

    Es war warm, sättigend und sah gar nicht schlecht aus. Leider fehlte ein bisschen das gewisse Etwas – sei es durch eine Soße, ein paar Gewürze oder einen Spritzer Sesamöl. Selbst ein kleiner Schuss Sojasoße oder ein Klecks Maggi hätte hier wahre Wunder wirken können.



    Wie nennt man es, wenn das Mensa-Essen richtig gut gewürzt ist?

    Ein Versehen.

  • Tikka Masala mit veganem Curry-Hähnchen & Pita-Brot

    € 4,70  |  6,85  |  8,95 | 05.06.2025


    Herzlich Willkommen zur abermaligen Reise mit dem Orient-Express gen indischen Nachthimmel!

    Sosse mit Brot – oder ist das ein Frisbee?

    Und so widmen wir uns akribisch nach und nach den jeweiligen Curry-Elementen:

    Das Tikka Masala?

    Die Soße war schön cremig, tomatig, mit einer feinen Würze, die sich nicht direkt ins Gesicht boxt.

    Man merkt: Hier wurde zumindest ein Gewürzregal betreten – nicht geplündert, aber besucht.

    Allerdings hat das Ganze ein bisschen gewirkt, als hätte jemand ein Originalrezept aus Indien gegoogelt, es dann aber auf „deutsche Studierendenfreundlichkeit“ heruntergedampft. Also weniger Bollywood, mehr ARD-Vorabendprogramm.

    Es war lecker, keine Frage – aber ein paar Korianderblätter, ein Spritzer Limette oder einfach etwas mehr Wumms hätten dem Ganzen gutgetan.

    Das Tikka Masala war wie ein guter WG-Mitbewohner – angenehm, macht keinen Ärger, aber man wird sich auch nicht ewig an ihn erinnern.

    Das vegane Hähnchen?

    Es hat sich bemüht, wie Hähnchen zu sein – aber so richtig überzeugt war es selbst nicht davon.

    Die Konsistenz? Irgendwo zwischen “gepresster Erbse” und “soja-texturiertes Irgendwas”.

    Außen leicht angebraten, innen ein bisschen wie das Gedächtnis nach einer Freitagsvorlesung: schwammig, aber irgendwie funktional.

    Unterm Strich: In Ordnung, aber auch kein Grund, Veganer zu werden.

    Jetzt aber zur wahren Tragik des Tellers: das Pita-Brot.

    Es lag da wie ein schlecht vorbereiteter Erasmus-Student – fehl am Platz, trocken und irgendwie nicht ganz sicher, warum es überhaupt da ist.

    Wer auch immer dachte, das ersetzt eine ordentliche Portion Reis, hat eindeutig zu oft „Fusion-Küche“ gegoogelt.

    Mein Vorschlag: nächstes Mal wieder die gute, altbewährte Reisbasis. Schlicht, sättigend und ohne den Versuch, sich als Hipster-Snack neu zu erfinden.


    Den guten kreativen Willen möchte man dem Mensa-Team keinesfalls abschreiben & darf in größten Tönen gelobt sein.

    Doch trotzdem lohnt es sich manchmal bei den guten Basics zu bleiben und auf das Pita-Brot in Zukunft getrost zu verzichten!

    Mit diesen Worten schöne Pfingsten!

  • Spätzles-Auflauf mit Gemüse und Käse überbacken

    € 4,70  |  6,85  |  8,95 | 02.06.2025


    Liebe Mensa-Fans, heute gibt es leider eine etwas negativere Meldung zu berichten.

    Doch stark bleiben lohnt sich, es kommen wieder bessere Tage – und Speisen!

    Der Spätzle-Auflauf heute war wie ein Überraschungsei – nur ohne Überraschung, ohne Ei und ohne echte Freude.

    Warmes Wasser mit Einlage – jetzt auch in Auflaufform.

    Zuerst dachte ich nach dem ersten Biss, der Teller sei leer – aber nein, das war einfach nur der Geschmack.

    Dieser Auflauf hat so sehr nach Wasser geschmeckt, dass ich überlegte, ob ich vielleicht aus Versehen eine Geschirrspül-Attrappe bekommen habe.

    An alle Schwaben der Welt, ich drücke Euch fest die Gabeln, dass ihr heute nicht die Spätzle probiert habt…

    Die Spätzle?

    Die Spätzle selbst waren… ungewöhnlich.

    Nicht die klassische kurze, knubbelige Form, sondern langgezogen wie Nudelwürmer auf Sinnsuche. Sie erinnerten optisch eher an zu dünn geratene Tagliatelle – oder an etwas, das versehentlich aus einem Spätzle-3D-Drucker gefallen ist. Geschmacklich leider flach wie eine Vorlesung am Freitagnachmittag: neutral, wässrig, ohne Biss.

    Die Konsistenz? Ich würde sagen: irgendwo zwischen „nasser Waschlappen“ und „Kissenfüllung mit Selbstzweifeln“.

    Das Gemüse

    Eine bunte Mischung aus Lauchzwiebeln, Mais und kleinen Karottenwürfeln.

    Klingt eigentlich nach Frische und Würze – war’s aber nicht.

    Die Lauchzwiebeln hatten kaum Aroma abgegeben, der Mais war erschreckend süß und wirkte fehl am Platz, fast wie ein übermotivierter Praktikant.

    Die Karottenwürfel waren zwar vorhanden, aber so klein und weich, sodass sie sich geschmacklich komplett dem wässrigen Spätzle ergaben – und der war ja bekanntermaßen auch kein starker Gegenspieler gewesen.

    Gemüse geschmacklich auf Tauchstation. Eventuell war es inkognito unterwegs.

    Es war eher visuelle Deko als aktiver Teil des Gerichts.

    Der Käse

    War nicht da – zumindest hätte sich das verbrannte Etwas auf der Ecke meines runden Tellers mehr nach Cracker auserkoren lassen können, als doch wirklich nach echtem Gouda.

    Ein Auflauf, dem die Seele fehlte – vielleicht hätte ein beigemischter Hirtenkäse das Vakuum mit Bedeutung füllen können.

    Der Preis

    Dass dieses Gericht auch noch im höheren Preissegment mit 4,70€ angesiedelt war, wirkte im Nachhinein fast wie ein stiller Scherz – einer, den man leider mit unruhigem Magen bezahlen musste.


    Vielleicht war’s ein kulinarisches Experiment… leider ohne Hypothese.

    Beim nächsten Mal dann doch lieber die trockenen Nudeln mit Tomatensauce – da weiß man wenigstens, woran man emotional ist.

    Und somit auf eine hoffentlich baldige Besserung im Laufe der Woche!

  • Pizza Vegetaria mit verschiedenem Gemüse 

    € 4,40  |  6,40  |  8,40 | 26.05.2025


    Bohnen. BOHNEN. Auf der Pizza?!

    Wer das entschieden hat, war entweder mutig, verwirrt oder ein absoluter Visionär auf Koffein-Entzug.

    Ich respektiere es.

    Ich fürchte es.

    Ich esse es trotzdem.

    Ist diese Peperoni gespritzt oder wo kauft man sowas?!

    Die Bohnen auf der Pizza waren eine mutige Entscheidung. Sie lagen da wie Gäste, die niemand eingeladen hat, aber dann doch irgendwie sympathisch sind.

    Konsistenztechnisch eher “meh”, geschmacklich überraschend okay. Sie machen nichts kaputt – aber gewinnen würden sie den Belags-Oscar auch nicht.

    Irgendwann dachte ich sogar: “Vielleicht bin ich derjenige, der falsch liegt?”

    Aber Nein, manche Dinge sollten einfach nicht sein. Pizzabelag und Salatbeilagen gehören einfach getrennt, oder?!

    Die Bohnen saßen auf der Pizza wie Erstis in der Einführungswoche: Überall, ein bisschen verloren, aber voller Enthusiasmus.

    Und der Rest vom Fest?

    Der Pizzarand – dieses knusprige Niemandsland, das bei 90 % der Mensa-Gäste auf dem Teller liegen bleibt wie der letzte ungeliebte Gruppenarbeits-Teil.

    Fand ich subjektiv kross genug, 2 Minuten länger im Ofen hätten aber auch nicht geschadet!

    Die Soße – tomatig mit einem Hauch von „Hat jemand das Salz gesehen?“

    Der Käse – okayisch, dezent zäh, wie eine müde Vorlesung um 8 Uhr.

    Der Teig – eine solide Grundlage, wie ein Drittversuch in Statistik. Nicht schön, aber trägt.

    Aber Leute,

    WIR MÜSSEN REDEN.

    Diese eine Peperoni war riesig, grün und selbstbewusst. Sie lag quer über die Pizza wie ein Drachenlord über seinen Gamingstuhl.

    Ein Biss, und meine Geschmacksknospen hatten eine Midlife-Crisis.

    Scharf, sauer, irgendwie verdächtig lebendig – sie hat mir die Nasennebenhöhlen auf Durchzug gestellt.

    Die Peperoni war kein Belag. Sie war ein Erlebnis.


    Und so bekommst du für 4,40€ eine Pizza, die mutig genug ist, Bohnen aufs Spielfeld zu schicken, und dir gleichzeitig ein bisschen Abenteuer auf dem Teller bietet.

    Empfehlung: Für Leute, die schon alles gegessen haben – und sich jetzt auf neue Pizza-Lebensformen einlassen wollen.

  • Seelachs mit Basilikumsauce, Karotten, Fenchel und Salzkartoffeln

    € 5,10  |  7,40  |  9,70 | 22.05.2025


    Leute. Ich sag’s, wie’s ist:

    Lange habe ich auf dieses Gericht gewartet. Erste Zweifel an meinen bisherigen Mensa-Reviews keimten auf – war ich zu streng, zu hungrig, zu idealistisch?

    Die Stimmen meiner unersättlichen Abonnenten wurden lauter:

    „Wann kommt endlich ein Top10-Gericht?

    Und jetzt, endlich, war es so weit – das Warten hat sich gelohnt.

    Wie ein Date mit Geschmack: harmonisch, hübsch und genau richtig portioniert.

    Wo fangen wir bloß an, Freunde der Sonne?

    Seelachs:

    Saftig. Zart. Und so gut gegart, dass sogar meine Oma sagen würde: „Den hätte ich auch nicht besser hinbekommen“ – und das ist die Frau, die beim Fisch die Gräten einzeln massiert.

    Und so schnell landet man in der Gourmet-Liga der Mensa-Küche & lässt Glauben an Mensa-Kulinarik wiederbeleben.

    Basilikumsauce:

    WAS für ein Ding! Frisch, würzig, leicht – als hätte jemand Pesto in die Champions League geschickt. Die Sauce hat dem Fisch den romantischen Tanzpartner gegeben, den er verdient. Ich hab fast geklatscht.

    So gut, ich hab den Seelachs fast gefragt, ob wir beste Freunde werden.

    Karotten und Fenchel:

    Das Gemüse? Nicht totgekocht, sondern knackig und aromatisch. Der Fenchel hatte so viel Charakter, ich hätte fast ein Bewerbungsgespräch mit ihm geführt.

    Mensa-Wunder?

    Eher Mensa-Magie!

    Salzkartoffeln:

    Klassisch, nicht zu salzig, aber perfekt, um die Sauce aufzusaugen wie ein akademisch überambitionierter Schwamm. Gerne nächstes mal einen Tick kleiner schneiden, wobei die Gabel auf dem Tablett braucht ja auch was zu tun!

    Service:

    Freundlich wie immer – und ich schwöre, die Mensa-Frau hat mir zugenickt, als wüsste sie, dass ich heute was Besonderes erwische.


    Würde ich das Gericht nochmals essen?

    Definitiv!

    Kann ich das Gericht jedem empfehlen?

    Definitiv

    Teil meiner Top10-Mensa Gerichte aller Zeiten?

    Definitiv

    Also Leute, was gibst da noch zu sagen? Holt euch den Aal und her mit euren Kommentaren!


    Wer sagt, man kann in der Mensa nicht gut essen, hat diesen Fisch nie kennengelernt. Und wahrscheinlich auch nie einen Fenchel umarmt.

    Bon Appétit, Studi-Freunde! 😎🐟🍃