Kategorie: Fleischhaltige Gerichte

Ob Hack, Haxe oder Hähnchen – die fleischhaltigen Gerichte der Mensa sind ein fester Bestandteil studentischer Ernährungskultur.
Sie stillen den Hunger, wecken Erinnerungen an zuhause (oder an Kantinen vergangener Jahrzehnte) und lassen uns manchmal über den wahren Ursprung der „Rahmsoße“ philosophieren.
Zwischen Klassikern mit Kultstatus und kreativen Neuinterpretationen ist alles dabei – vorausgesetzt, man erkennt es als Fleisch.

  • Hähnchenbrust Piccata Milanese mit würzigen Tomaten-Spaghetti 

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 16.07.2025


    Es klang so schön. „Hähnchenbrust Piccata Milanese mit würzigen Tomaten-Spaghetti“. Man denkt an Italien, an duftende Kräuter, an ein kleines Bistro irgendwo zwischen Mailand und einer Aperol-Werbung.

    Aber was auf dem Tablett landete, war… sagen wir: nicht Dolce Vita, sondern eher „Dolce why-did-I-do-this-a“.


    So schmeckt Italien… wenn man es 48 Stunden in der Tupperdose vergisst.

    Die Nudeln – ein kulinarischer Weichzeichner

    Fangen wir mit den Spaghetti an. Oder wie ich sie liebevoll nenne: die Teigfäden der Tristesse. Al dente? Nicht mal d’ran-te!

    Die waren so durchgekocht, dass ich sie mit einem Löffel hätte trinken können. Ich vermute, sie wurden um 6 Uhr morgens ins Wasser gelegt, das Kochen vergessen – und pünktlich zum Mittag nur noch aus dem Topf gegossen.

    Schade, dass wissen wir doch alle geht besser!

    Die Wahrheit ist: Dieses Gericht war nicht Milanese, sondern einfach miserabelese.

    Der Geschmack der Tomatensoße?

    Stell dir vor, jemand hätte einen Esslöffel Ketchup in einen Eimer Wasser gerührt, dann ein Basilikumblatt mit traurigem Blick reingehalten – und gesagt: „Basst scho.“

    Es war weniger „Soße“ und mehr eine rote Erinnerung an das, was Soße mal war. Würzig? Wenn mit „würzig“ gemeint ist: „Hat irgendwo einen Hauch von Tomate gesehen“, dann ja. Sonst eher: „Schatten eines Aromas“.

    Die Hähnchenbrust – zwischen Hoffnung und Hühnertrauma

    Zwei Stück lagen da. Zwei kleine, blasse Hoffnungsträger.

    Doch schon beim ersten Blick war klar: Das wird nix.

    Man blickte sich stumm an, als wolle man sagen:

    „Du auch Piccata genommen? Mein Beileid.“

    Die Panade – ein weicher Lappen mit Identitätskrise. Nicht kross, nicht knusprig, nicht mal auf der Flucht.

    Ich hätte einen nassen Schwamm aufbraten können und es wäre textlich spannender gewesen.

    Die Atmosphäre in der Mensa war wie das Essen:

    warm, aber traurig.


    Für Fans von matschiger Panade, geschmacksloser Soße und der großen Frage „Warum tu ich mir das an?“ ist dieses Gericht genau das Richtige.

    Für alle anderen: Nimm das vegetarische Gericht. Oder ein. Oder ein Semester Auszeit.

  • Kalbfleischfrikadellen mit Schmorzwiebelsoße, Bunter Kartoffelsalat

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 07.07.2025


    Montag. 12:15 Uhr.

    Der Himmel grau, mein Energielevel irgendwo zwischen „noch nicht wach“ und „warum überhaupt aufgestanden?“.

    Mit einer Prise Hoffnung und dieser immerwährenden Portion Misstrauen gegen das Mensa-Schicksal betrat ich die heiligen Hallen…


    Gegönnt. Sorry, kleines Kalb. Du warst wirklich lecker

    Meine Güte.

    Ich hätte erwartet, dass Frikadellen in der Mensa hart sind wie mein Zeitplan in der Prüfungsphase – stattdessen: außen goldbraun und knusprig, innen zart und locker.

    So fluffig, dass ich kurz daran dachte, die Mensa könnte versehentlich ein Gourmet-Catering gebucht haben.

    Der Geschmack? Aromatisch, leicht nussig, mit einer feinen Würze, die nicht nach Kantine, sondern nach “Oma hat sich Mühe gegeben” schmeckte.

    Einziger Wermutstropfen:

    Die Gedanken ans Kalb.

    Ja, ich hatte kurz Gewissensbisse. Aber ich dachte mir: Es ist Montag. Es regnet. Ich bin Student. Man muss sich auch mal was gönnen.

    Die Schmorzwiebelsoße

    Wie eine warme Umarmung in flüssiger Form. Rahmig, leicht süßlich durch die geschmorten Zwiebeln, mit genau der richtigen Dicke, um nicht als Suppe durchzugehen, aber auch nicht die Kartoffeln zu kidnappen.

    Ich hätte sie pur gelöffelt – und ich bin sicher, mindestens ein anderer Tisch hat es getan.

    Also ehrlich: Ich weiß nicht, wer heute in der Mensa am Herd stand, aber bitte lasst diese Person nie wieder Urlaub machen.

    Der bunte Kartoffelsalat

    „Bunt“ kann in der Mensa auch mal heißen: ein trauriger Würfel Paprika neben bleichem Kartoffelbrei. Nicht hier.

    Der Salat war frisch, knackig, liebevoll angemacht – und wirklich „bunt“ im besten Sinne. Rot, grün, gelb,– ein echter Beilagen-Profi.

    Ich überlege ernsthaft, den Koch oder die Köchin zu adoptieren.

    Und der Preis?

    4,75 €. Dafür kriegt man sonst in der Innenstadt maximal ein belegtes Brötchen und einen enttäuschten Blick. Heute gab es dafür: Geschmack, Sättigung, Soßenglück und ein bisschen Luxus im grauen Unialltag.

    Für das, was da auf dem Tablett lag, war der Preis nicht nur fair – er war fast schon verdächtig günstig.


    Ich gehe selten mit einem Lächeln aus der Mensa. Heute war so ein Tag.

    Und das an einem Montag. Hut ab.

  • Laksa Chili Soup mit Pute, Chinakohl, Paprika und Kokosmilch 

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 30.06.2025


    Manchmal betritt man die Mensa mit großen Hoffnungen.

    Heute auf dem Speiseplan:

    Laksa Chili Soup mit Pute, Chinakohl, Paprika und Kokosmilch.

    Klang wie ein Traum aus Südostasien, serviert auf dem goldenen Tablett der studentischen Verpflegung.

    Spoiler: Es war eher ein feuchter Waschlappen mit Fernweh.

    Eine Suppe mit mehr Identitätskrise als ich im 3. Semester.

    Fangen wir positiv an – die Nudeln:

    Perfekt gegart, nicht zu weich, nicht zu hart. Die Art von Nudeln, bei der man sich fragt: „Was machst du in dieser Suppe? Du hast Besseres verdient.“

    Und auch die Pute war okay – etwas trocken, aber wenigstens geschmacklich anwesend.

    Sozusagen der Streber der Suppe, der seine Hausaufgaben gemacht hat.

    Aber dann… kam der Rest.

    Die ChiliSchärfe war so subtil, dass man vermuten könnte, sie habe sich nur versehentlich in den Raum verirrt und sei dann schnell wieder gegangen.

    Und die Kokosmilch?

    Hätte man mir gesagt, da sei ein Esslöffel fettarme H-Milch reingerutscht, hätte ich es eher geglaubt.

    Von tropischem Kokosflair keine Spur – eher „leicht enttäuschter Haferdrink“.

    Chinakohl und Paprika sorgten dann für die endgültige Verwirrung.

    Sie schwammen wie Gäste auf einer Party, die dachten, sie wären auf einem Grillabend, und plötzlich in einer asiatischen Fusion-Suppe landeten.

    Der Chinakohl hatte die Textur von traurig gegarter Serviette, die Paprika war… da. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Sie war einfach da.

    Insgesamt fühlte sich das Gericht an wie ein WG-Kochabend nach einem langen Lerntag: Jeder hat irgendwas aus dem Kühlschrank beigesteuert, und niemand hat sich um das Gewürzregal gekümmert.


    Ein netter Versuch, Südostasien auf den Campus zu bringen, aber leider ist der Flieger irgendwo über dem Rhein abgestürzt. Die Suppe war nicht eklig, nur ein bisschen verwirrt. So wie ich nach 90 Minuten Statistik-Vorlesung.

    Mit mehr Kokos, echter Chili und etwas weniger „Was machen die da eigentlich drin?“ hätte das was werden können.

  • Crunchy Chicken Burger 

    € 4,10  |  5,95  |  7,80 | 26.06.2025


    Der Name klang vielversprechend. Crunchy. Chicken. Burger.

    Drei Worte, die zusammen normalerweise Freude bedeuten. Was ich bekam, war eher: Trocken. Zäh. Leere. :(

    Pommes gaben alles, der Burger gab aber einfach auf.

    Beginnen wir mit dem Fundament: dem Brötchen.

    Oder, wie ich es nenne: Toastie

    Trocken wie ein vergessener Sonntagmorgen und mit der Textur eines Frühstücksgebäcks, das sich aus Versehen in die Mittagskarte verirrt hat.

    Jeder Bissen erinnerte mich mehr an einen Toaster als an einen Burgergrill. Weich? Ja. Fluffig? Vielleicht mal gewesen. Passend? Leider nicht.

    Ich wollte einen Burger, bekam aber eine Scheibe Schulbrot in disguise.

    Wenn’s einmal schlecht läuft…

    Crunchy“ stand doch auf dem Schild?

    Was kam, war eher müde, resigniert und völlig durchgeweicht vom Leben.

    Die Panade? Mehr Softshell als Crispy Deluxe.

    Der Geschmack? Dezent bis neutral, irgendwo zwischen Tiefkühl-Hähnchenschnitzel und „War das noch von gestern?“

    Wenn dieses Stück Chicken ein Bewerbungsgespräch gehabt hätte, wäre es mit den Worten „Wir melden uns“ verabschiedet worden.

    Der Crunch war ein Gerücht. Vielleicht hat er existiert – in der Konzeptphase. Auf meinem Teller: Fehlanzeige. Keine knusprige Textur, kein saftiger Biss, nur ein etwas traurig schmeckendes Hühnchen in altem Mantel.

    Hat’s zumindest gesättigt?!

    Der Burger kam nackt und allein – wie ein Side-Character, der vergessen hat, dass er in einer Hauptrolle steckt.

    Das war kein harmonischer Biss, das war eine Trockenübung in Enttäuschung.

    Für 4,10 € ohne Beilage?

    Ganz ehrlich: Ich hab aus Hunger und nicht aus Überzeugung noch Pommes dazugeholt. Der Burger allein war eher ein Prolog zum Essen, kein Kapitel.

    Vielleicht auch einfach ein Kapitel, das man hätte überspringen sollen…


    Ein „Crunchy Chicken Burger“, dem sein eigener Name zu viel versprochen hat.

    Statt Knusper gab’s Krümel.

    Leider keine Empfehlung vom Teller Titan heute… :(

  • Spiralnudeln mit Bologneser Art vom Rind + Reibekäse 

    € 4,25  |  6,20  |  8,10 | 03.06.2025


    Leute, ich sag’s gleich am Anfang, wie’s ist:

    Die Spiralnudeln mit Bologneser Art vom Rind + Reibekäse sind nicht nur ein Zungenbrecher im Namen, sondern auch ein echter Zungenschmeichler im Mund.

    Reibekäse oben drauf – weil Liebe eben doch durch den Magen geht

    Die Nudeln?

    Die Spiralnudeln – oder wie der Kenner sagt: Fusilli mit Swag – waren richtig gut gekocht.

    Ihre Form fing die Sauce super ein – wie kleine Geschmackswirbel, die sich heldenhaft ins Getümmel stürzen. Jeder Biss hatte Textur, kein matschiger Einheitsbrei. Ein Fest für Gabel und Gaumen.

    Nicht zu weich, sodass man sich fragt, ob die schon seit 8 Uhr im Warmhaltebecken treiben, aber auch nicht so hart, dass man Zahnersatz beantragen müsste.

    Die Bolognese?

    Die “Bologneser Art vom Rind” – klingt erst mal wie ein italienischer Krimi, schmeckt aber nach liebevoller Mensa-Handarbeit.

    Herzhaft, tomatig, ordentlich gewürzt, mit echtem Rinderhack, das nicht einfach nur dekorativ da war, sondern mit Tiefe und Biss überzeugte.

    Kein fade gewürzter Sugo-Schatten seiner selbst, sondern eine ehrliche, robuste Sauce, die genau das tut, was eine Bolognese tun soll: Umarmen. Von innen.

    Kleine Zwiebelspuren haben’s auch reingeschafft – die klassischen Undercover-Agenten des guten Geschmacks. Und das Ganze zum Glück nicht zu fettig, aber auch nicht trocken.

    Einfach: Saucenbalance auf Mensa-Niveau gemeistert.

    Und der Reibekäse on top?

    Ein kleines Päckchen Glück, das die ganze Sache krönt. Fein gerieben, nicht dieser gummiartige Industrieklumpen, sondern ein ehrlicher, schmelzfreudiger Hartkäse, der sofort zart über der warmen Bolo schmilzt wie meine Selbstdisziplin vor dem vierten Teller.

    Diese Spiralnudeln dürfen gerne öfter in der Mensa rotieren – wie ein ambitionierter Soziologiestudent durch Wahlpflichtfächer.

    Und so kommt diese leicht salzige, vollmundige Note rein, die das Gericht geschmacklich abrundet wie der letzte Punkt auf einem perfekten Referat, bei dem man nicht mal gegoogelt hat.

    Käsig, schmelzend, dekadent – wie ein Semesterbeitrag, der sich ausnahmsweise mal lohnt.

    Portionsgröße?

    Ordentlich! Nicht so ein trauriger Hauch von Pasta, bei dem man sich fragt, ob man aus Versehen das Kinder-Menü gewählt hat.

    Preislich?

    4,25€ – das ist fairer als manche Klausurkorrektur! Für das, was da auf dem Teller landet, absolut in Ordnung. Für weniger bekommt man im Supermarkt nicht mal ’ne Packung Gnocchi mit Selbstzweifeln.


    Ein Gericht, das nicht nur satt, sondern auch glücklich macht – und das ist bei Mensa-Essen ja keine Selbstverständlichkeit.

    Also: Bitte öfter auf den Speiseplan. Meine Geschmacksknospen applaudieren. Und meine Laune auch.

    P.S. Liebes Mensa-Team, bitte mehr davon. Und vielleicht noch einen kleinen Parmesan-Reibekäse-Spender auf jedem Tisch? Oder ist das schon zu dekadent? 😄

  • Putenrahm-Geschnetzeltes in bunter Pfefferrahmsoße Knöpflespätzle

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 28.05.2025


    Mein erster Eindruck:

    Das Gericht klingt und sieht wie das Ergebnis eines glücklichen Küchenunfalls zwischen Schwaben und dem Gewürzregal aus – also nichts wie her damit!

    Portion?
    Monumental – das darf gerne beibehalten werden

    Die Pute?

    Wunderbar zart, saftig, fast schon verdächtig gut – da hätte man glatt misstrauisch nach dem Tierarztzeugnis fragen wollen. Geschmacklich ganz klar: Mensa-Highscore! 🦃🔥

    Die Portion?

    Wer das aufisst, darf sich offiziell „König*in der Kohlenhydratbewältigung“ nennen. Fast schon kriminell für so wenig Geld einen so vollen Teller zu bekommen. Doch das wird wahrgenommen und auch von der Studentenschaft sehr geschätzt!

    Wer danach noch in der Statistikvorlesung sitzt, riskiert entweder ein kurzes Nickerchen oder die Wiedergeburt als Knöpflespätzle.

    Die Spätzle – altbekannte Legende:

    Die Knöpflespätzle sind inzwischen sowas wie der Tom Hanks der Mensabeilagen: immer da, immer solide, enttäuschen nie. Schön weich, leicht buttrig, einfach ein Sattmacher mit Herz.

    Sie geben dir dieses Gefühl von „Du hast heute zwar nichts verstanden in der Vorlesung, aber du wirst wenigstens nicht hungrig sterben.“

    Jetzt zur Soße…

    Die Pfefferrahmsoße: cremig, würzig, mit ordentlich Bums.

    Nur – es war mehr Pfeffer als Rahm.

    Ich spreche hier nicht von einem Hauch Schärfe – nein, das war eine Pfefferkerninvasion!

    Gefühlt hatte jede Gabel ihren eigenen Pfeffergranatensplitter.

    Wer das ignoriert, bekommt keine Mahlzeit, sondern ein gratis Nasenlochpeeling.

    Es war, als hätte jemand in der Küche „Pfeffer nach Gefühl“ gesagt, aber der Koch war offenbar in einem sehr intensiven Mood.

    Die Lösung:

    Gezieltes Pfefferkorn-Angeln mit der Gabel.

    Man fühlt sich kurz wie ein Archäologe beim Ausgraben verschollener Curryreste, aber hey – es hilft.

    Und danach: wirklich gut essbar!


    Fazit:

    Putenragout – phänomenal!

    Spätzle – top!

    Pfeffer – zu viel!

    Ideal für alle, die beim Essen gern Abenteuer erleben und keine Angst vor Tränen haben – ob aus Freude oder Pfeffer, bleibt offen.