Autor: Teller-Titan

  • Kartoffel-Gemüse-Pfanne mit Hirtenkäse 

    € 3,65  |  5,30  |  6,95 | 04.07.2025


    Es war einer dieser Tage, an denen man keine Experimente braucht. Kein Tofu, der nach nichts schmeckt, kein Pseudocurry mit trauriger Farbe. Einfach was, das satt macht und halbwegs nach Zuhause schmeckt. Und da stand sie vor mir: die Kartoffel-Gemüse-Pfanne mit Hirtenkäse.

    Unaufgeregt. Bodenständig. Wie ein langjähriger WG-Mitbewohner, der zwar nie abspült, aber immer für dich da ist.

    3,65 € und mein Vertrauen in die Mensa ist kurzzeitig wiederhergestellt.

    Die Kartoffeln

    Die Kartoffeln waren auf dem Punkt gegart – nicht zu weich, nicht zu hart. Keine Luxus-Kartoffeln mit fancy Namen, sondern ganz klassisch „Ich mache dich satt“-.

    Die Kartoffeln waren auf dem Punkt gegart – nicht zu weich, nicht zu hart. Keine Luxus-Kartoffeln mit fancy Namen, sondern ganz klassisch „Ich mache dich satt“-.

    Genauso wollen wir das in der Mensa.

    Ein bisschen mehr Würze hätten sie vertragen – Salz und Pfeffer? Nur mit Spürhund auffindbar.

    Das Gemüse

    Paprika, Zucchini, Aubergine – die Gemüseabteilung war gut vertreten. Bissfest, frisch und in liebevoller Unordnung auf dem Teller verteilt. Nichts war verkocht, nichts zu roh – dafür schon mal Pluspunkte. Geschmacklich aber eher auf der zurückhaltenden Seite.

    Vielleicht nächstes Mal noch ein Hauch Knoblauch? Ein Schuss Zitronensaft? Ein Mitleidsblick vom Küchenteam?

    Der Hirtenkäse

    Und dann kam er. Der Star. Der salzige, bröselige Held des Tages: der Hirtenkäse. Gab der Pfanne erst ihren Charakter. Wo dem Gemüse das Salz fehlt, sprang er ein. Wo Geschmack gebraucht wurde, meldet er sich freiwillig.

    Ehrlich gesagt: Ohne ihn wär’s nur eine sehr solide Kartoffelpfanne. Mit ihm? Ein kleines Mensa-Highlight.

    Der Preis

    Für 3,65 €? Dafür bekommt man eine sättigende Portion, ein ausgewogenes Gefühl im Bauch und muss sich nicht fragen, ob man nach dem Essen noch ein Nutellabrötchen braucht, um satt zu sein.


    Kein Spektakel. Keine Instagram-Optik. Aber ein gutes, ehrliches Gericht, das einfach funktioniert. Ein bisschen mehr Würze, und ich wäre Fanclub-Vorsitz. So ist es ein zuverlässiger Dauerbrenner, den ich definitiv wieder auf meinem Tablett sehen will.

  • Kuru Fasulye Türkischer Bohnen-Eintopf mit Baguette

    € 4,00  |  5,80  |  7,60 | 02.07.2025


    Ich gebe es ehrlich zu: Als ich „Kuru Fasulye – Türkischer Bohneneintopf mit Baguette“ auf dem Plan sah, hatte ich direkt einen Flashback.

    Letztes Mal klang’s kulinarisch nach Orient, schmeckte aber eher wie ein hastig zusammengewürfelter WG-Katerfrühstücksversuch: Gewürzlevel „ungefährlich“, Baguette „französisch im Exil“, Gesamtgefühl „naja, war halt warm“.

    Aber dieses Mal? BAM.

    Teller voll bis zum Anschlag, aber wenigstens kein fliegendes Baguette wie beim letzten Mal.

    🍛 Bohnen mit Backstory

    Der Eintopf war dieses Mal tatsächlich gewürzt!

    Also nicht nur symbolisch mit einem Hauch von Salz, sondern richtig – da hat jemand Kreuzkümmel, Paprika und vermutlich sogar Mut verwendet. Es war, als hätten die Bohnen sich in einem türkischen Hammam aufgepeppt, sich neue Klamotten angezogen und gesagt: Alles oder nix!

    🫓 Von Baguette keine Spur – und das ist auch gut so

    Statt dem im Titel angekündigten Baguette (Spoiler: war nie eine echte Bereicherung), gab’s ein weiches, dickeres Chapati-Brot, das sich geschmacklich perfekt mit dem Eintopf vermählt hat.

    Also ganz ehrlich: Wenn das Chapati eine Person wäre, würde ich’s daten. Es war warm, weich, verlässlich – alles, was mir mein Studium nicht bietet.

    🥣 Der Joghurtklecks – der heimliche Held

    Und dann… der Joghurtklecks.

    Mitten ins Gericht platziert wie ein übermotivierter Ersti auf der ersten Uniparty: Erst irritierend – dann unverzichtbar.

    Der leichte, frische Kontrast zur würzigen Bohne war genau das, was das Gericht gebraucht hat.

    Und was war nicht so gut?

    Beim Essen gabs heute nichts hinzuzufügen, außer Salz und Pfeffer – für unsere übermotivierten Erstis, die sogar dem Joghurt noch ein Feedback geben wollen.

    Einzig der Eintopf + Joghurt + fluffiges Chapati stellten eine echte Herausforderung für Menschen mit normal entwickelter Feinmotorik dar.

    Aber was soll‘s!

    Definitiv kein Gericht fürs Vorstellungsgespräch-Outfit. Kleckern vorprogrammiert, aber es war’s wert.

    Die Mensa hat geliefert. Und zwar nicht nur Essen, sondern Entwicklung, Charakterbogen und ein Happy End.


    Bitte, liebes Mensa-Team: Lasst dieses Rezept nicht in irgendeiner Excel-Tabelle verschwinden. Holt es regelmäßig zurück. Druckt es euch auf Schürzen. Gebt ihm einen eigenen Feiertag.

    Es war wirklich richtig gut.

    Von einer halbherzigen Bohnenpampe zum echten All-Time-Mensa-Hit – Kuru Fasulye hat sich gemacht.

  • Laksa Chili Soup mit Pute, Chinakohl, Paprika und Kokosmilch 

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 30.06.2025


    Manchmal betritt man die Mensa mit großen Hoffnungen.

    Heute auf dem Speiseplan:

    Laksa Chili Soup mit Pute, Chinakohl, Paprika und Kokosmilch.

    Klang wie ein Traum aus Südostasien, serviert auf dem goldenen Tablett der studentischen Verpflegung.

    Spoiler: Es war eher ein feuchter Waschlappen mit Fernweh.

    Eine Suppe mit mehr Identitätskrise als ich im 3. Semester.

    Fangen wir positiv an – die Nudeln:

    Perfekt gegart, nicht zu weich, nicht zu hart. Die Art von Nudeln, bei der man sich fragt: „Was machst du in dieser Suppe? Du hast Besseres verdient.“

    Und auch die Pute war okay – etwas trocken, aber wenigstens geschmacklich anwesend.

    Sozusagen der Streber der Suppe, der seine Hausaufgaben gemacht hat.

    Aber dann… kam der Rest.

    Die ChiliSchärfe war so subtil, dass man vermuten könnte, sie habe sich nur versehentlich in den Raum verirrt und sei dann schnell wieder gegangen.

    Und die Kokosmilch?

    Hätte man mir gesagt, da sei ein Esslöffel fettarme H-Milch reingerutscht, hätte ich es eher geglaubt.

    Von tropischem Kokosflair keine Spur – eher „leicht enttäuschter Haferdrink“.

    Chinakohl und Paprika sorgten dann für die endgültige Verwirrung.

    Sie schwammen wie Gäste auf einer Party, die dachten, sie wären auf einem Grillabend, und plötzlich in einer asiatischen Fusion-Suppe landeten.

    Der Chinakohl hatte die Textur von traurig gegarter Serviette, die Paprika war… da. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Sie war einfach da.

    Insgesamt fühlte sich das Gericht an wie ein WG-Kochabend nach einem langen Lerntag: Jeder hat irgendwas aus dem Kühlschrank beigesteuert, und niemand hat sich um das Gewürzregal gekümmert.


    Ein netter Versuch, Südostasien auf den Campus zu bringen, aber leider ist der Flieger irgendwo über dem Rhein abgestürzt. Die Suppe war nicht eklig, nur ein bisschen verwirrt. So wie ich nach 90 Minuten Statistik-Vorlesung.

    Mit mehr Kokos, echter Chili und etwas weniger „Was machen die da eigentlich drin?“ hätte das was werden können.

  • Mie-Nudeln in einer pikanten Karottensauce 

    € 4,30  |  6,25  |  8,20 | 27.06.2025


    Heute Mittag wurden die kleinen Gäumchen auf eine kleine Asienreise geschickt – allerdings nicht per Flieger, sondern für schmale 4,30€ in der Uni-Mensa.

    Ließ mich kurz vergessen, dass ich in einem neonbeleuchteten Speisesaal sitze und nicht auf einem Foodmarket in Bangkok.

    Die Nudeln:

    Also ganz ehrlich: Ich weiß nicht, was die in der Küche geraucht haben (vermutlich nur Kümmel), aber diese Nudeln waren ein Gedicht in Teigform.

    Nicht zu weich, nicht zu hart – einfach nudelmäßig perfekt gegart, wie von einem alten asiatischen Nudelmeister, der sich in der Mensa eingeschlichen hat, um sein Lebenswerk zu vollenden.

    Sie hatten Biss – aber keinen aggressiven „Zahn-ziehts-dir-gleich“-Biss, sondern den perfekten „Ich bin bereit, verzehrt zu werden“-Al-Dente-Vibe

    Die Sauce:

    Pikante Karottensauce – klang erstmal wie ein Scherz aus einer Bio-Kochsendung mit dem Titel „Heute kocht der Kaninchenflüsterer“.

    Nicht zu scharf, sondern „schön wach“ scharf – so, als hätte dir jemand freundlich ins Gesicht geflüstert: „Du lebst noch, Kollege!“

    Die Karotten haben eine süße Note beigesteuert, ohne dabei in kindlicher Möhrensuppe-Vergangenheit zu verfallen.

    Stellt euch eine Karotte mit Sonnenbrille vor. Genau so hat das geschmeckt.

    Die Cashewkerne:

    Meine Damen und Herren: Die Cashewkerne.

    Oder wie ich sie nenne: goldene Knusperjuwelen der Glückseligkeit.

    Perfekt angeröstet, haben sie alles getoppt. Ich weiß nicht, ob die Mensa einen eigenen Cashew-Gott eingestellt hat, aber diese Dinger hatten Crunch, Geschmack, und vor allem: eine Seele.

    Ich will dieses Gericht heiraten. Oder zumindest adoptieren.

    Sie haben geknackt, sie haben geschmeckt, sie haben mir kurz das Gefühl gegeben, ich sei in einem veganen Sterne-Restaurant in Berlin-Mitte – nur ohne Hipster mit Strohhut.

    Ein absoluter Schnapper. Für den Preis bekomme ich sonst höchstens ein belegtes Brötchen und einen leeren Blick vom Bäcker.

    Und zuletzt das ingesamte Mundgefühl:

    Angenehm ausgewogen – die Nudeln federleicht mit genau dem richtigen Biss, die Sauce schön cremig ohne zu kleben, und die Cashewkerne setzen punktuell knusprige Highlights.

    Jeder Bissen hatte Struktur, nichts war matschig oder trocken – einfach rund und befriedigend.


    Dieses Gericht gehört zweifellos in die Top 10 Mensa-Gerichte aller Zeiten – direkt neben dem Hähnchenschnitzel im Knusper-Kürbismantel oder dem Seelachs mit Basilikumsauce bei der sich alle gefragt haben, ob ein echter Koch in der Küche eingesperrt war.

  • Crunchy Chicken Burger 

    € 4,10  |  5,95  |  7,80 | 26.06.2025


    Der Name klang vielversprechend. Crunchy. Chicken. Burger.

    Drei Worte, die zusammen normalerweise Freude bedeuten. Was ich bekam, war eher: Trocken. Zäh. Leere. :(

    Pommes gaben alles, der Burger gab aber einfach auf.

    Beginnen wir mit dem Fundament: dem Brötchen.

    Oder, wie ich es nenne: Toastie

    Trocken wie ein vergessener Sonntagmorgen und mit der Textur eines Frühstücksgebäcks, das sich aus Versehen in die Mittagskarte verirrt hat.

    Jeder Bissen erinnerte mich mehr an einen Toaster als an einen Burgergrill. Weich? Ja. Fluffig? Vielleicht mal gewesen. Passend? Leider nicht.

    Ich wollte einen Burger, bekam aber eine Scheibe Schulbrot in disguise.

    Wenn’s einmal schlecht läuft…

    Crunchy“ stand doch auf dem Schild?

    Was kam, war eher müde, resigniert und völlig durchgeweicht vom Leben.

    Die Panade? Mehr Softshell als Crispy Deluxe.

    Der Geschmack? Dezent bis neutral, irgendwo zwischen Tiefkühl-Hähnchenschnitzel und „War das noch von gestern?“

    Wenn dieses Stück Chicken ein Bewerbungsgespräch gehabt hätte, wäre es mit den Worten „Wir melden uns“ verabschiedet worden.

    Der Crunch war ein Gerücht. Vielleicht hat er existiert – in der Konzeptphase. Auf meinem Teller: Fehlanzeige. Keine knusprige Textur, kein saftiger Biss, nur ein etwas traurig schmeckendes Hühnchen in altem Mantel.

    Hat’s zumindest gesättigt?!

    Der Burger kam nackt und allein – wie ein Side-Character, der vergessen hat, dass er in einer Hauptrolle steckt.

    Das war kein harmonischer Biss, das war eine Trockenübung in Enttäuschung.

    Für 4,10 € ohne Beilage?

    Ganz ehrlich: Ich hab aus Hunger und nicht aus Überzeugung noch Pommes dazugeholt. Der Burger allein war eher ein Prolog zum Essen, kein Kapitel.

    Vielleicht auch einfach ein Kapitel, das man hätte überspringen sollen…


    Ein „Crunchy Chicken Burger“, dem sein eigener Name zu viel versprochen hat.

    Statt Knusper gab’s Krümel.

    Leider keine Empfehlung vom Teller Titan heute… :(

  • Paella mit veganem Hähnchen, Reis, Erbsen, Paprika und getrockneten Tomaten

    € 4,20  |  6,10  |  8,00 | 25.06.2025


    Heute auf dem Speiseplan: Paella mit veganem Hähnchen – klingt erstmal wie ein Kochduell zwischen Spanien und dem Bio-Markt ums Eck!

    Vegan? Ja. Hähnchen? Auch irgendwie. Geschmack? Verwirrend gut.

    🍚 Der Reis

    Der Reis war herrlich locker – kein klebriges Drama, keine klumpigen Brocken, die sich als Risotto verkleiden wollten. Einfach solider Paella-Reis, gut gewürzt, mit dieser typischen leicht mediterranen Note.

    Als hätte er kurz vor dem Servieren noch einmal „Vamos!“ gerufen und wäre dann in den Teller gesprungen.

    🟢 Das Gemüse

    Erbsen, Paprika, getrocknete Tomaten – ein bunter Mix, so lebendig wie ein Erasmus-Wohnheim kurz vor Mitternacht. Die Paprika war angenehm bissfest, nicht totgekocht, die Erbsen knackig und die Tomaten eine geschmackliche Wucht – fast schon zu fancy für unsere Mensa-Verhältnisse. Ich meine, getrocknete Tomaten? In der Mensa? Was kommt als Nächstes – Basilikum mit Studiengebühren?

    Es kam der erste Bissen – und der war so überraschend positiv, dass ich kurz das Gefühl hatte, irgendwo zwischen Barcelona und Berlin-Mitte zu sitzen.

    🌱 Veganes Hähnchen

    Jetzt zum Star des Tages: dem veganen Hähnchen. Oder wie ich es jetzt liebevoll nenne: Tofu mit Identitätskrise.

    Aber ehrlich: Es war überraschend gut! Die Konsistenz hat überzeugt – nicht zu gummiartig, nicht zu weich, keine mysteriöse Soja-Explosion im Mund. Es erinnerte tatsächlich an Hühnchen, nur ohne Federn, Tierleid und die moralischen Gewissensbisse nach dem Essen. Kurz gesagt: Das war kein Notnagel, das war ein echter Bestandteil der Mahlzeit.

    🧂 Würzung & Geschmack

    Mit dem passenden Einsatz von Salz und Pfeffer, wurde das Ganze geschmacklich richtig rund.

    Nur ein kleiner Kritikpunkt:

    Eine Joghurt- oder Zitronen-Kräutersoße hätte dem Gericht noch den gewissen Kick gegeben – ein bisschen Frische, ein bisschen Cremigkeit, vielleicht sogar ein bisschen Mensa-Michelin-Flair. Aber hey, man kann nicht alles haben.

    Sonst würde ich mich ja jeden Tag freiwillig für die Essenslinie anstellen.


    Ein Gericht, das nicht nur satt, sondern auch zufrieden macht – und das ohne tierische Kompromisse.

    Bitte öfter servieren – und keine Angst, ich bring Salz und Pfeffer auch selbst mit.

    (Möglicherweise auch eine Mini-Joghurtsoße in der Manteltasche. Man weiß ja nie.)

  • Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout

    € 3,40  |  4,95  |  6,50 | 16.06.2025


    Heute gab’s in der Mensa „Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout“ – wobei „Makkaroni“ wohl im Zeugenschutzprogramm unter dem Namen Farfalle laufen?!

    Willkommen zu einem kulinarischen Erlebnis zwischen Nudelsurprise und Linsen-Wellnessbecken.

    Die Mango hat abgesagt, die Tomate hat sich gehäutet, und die Linsen… sind einfach so.“

    Und so steht man in der Mensa, schaut auf sein Tablett und fragt sich, wann genau Makkaroni angefangen haben, Flügel zu tragen und sich als Farfalle auszugeben.

    Die Farfalle – formschön wie immer, aber leicht überfordert von ihrer eigenen Bestimmung.

    Zugegeben, sie waren nicht verkocht, was bei Mensanudeln schon fast als Auszeichnung gilt. Aber geschmacklich? Ein bisschen wie das weiße Hemd nach dem ersten Waschen – rein, aber ohne jegliches Profil.

    Sie lagen da, leicht klebrig, als wollten sie sich gegenseitig festhalten, um gemeinsam diese Soße zu überstehen. Heroisch.

    Ein Erlebnis irgendwo zwischen „vegetarische Träumerei“ und „war halt da“. Dafür gibt’s einen warmen Händedruck und den Trost, dass Nachtisch ja auch noch existiert.

    Die Belugalinsen hätten das Rückgrat des Gerichts sein können – waren aber eher das Rückgrat einer sehr traurigen Qualle.

    Sie schwammen in einem Pool aus Wasser, das vermutlich einst Mango und Tomate gekannt hat.

    Gewürzt waren sie wie ein Studenten-WG-Kühlschrank am Monatsende: gar nicht.

    Die Konsistenz war irgendwo zwischen „al dente“ und „war das mal ein Getränk?“.

    Ein Linsensalat ohne Meinung, ohne Richtung, aber mit jeder Menge Feuchtigkeit.

    Ein Essen wie ein WG-Mitbewohner im dritten Semester: leicht überfordert, ungewürzt, aber irgendwie sympathisch. Man isst’s, man lacht – und geht danach noch schnell zur Pommes-Theke.

    Besonders bemerkenswert: vereinzelte Tomatenhülsen, die wie Requisiten eines schlechten Kostümballs wirkten.

    Sie lagen da, wie entkernte Überreste eines besseren Lebens – leicht zäh, ein bisschen traurig, aber irgendwie charmant in ihrer Nutzlosigkeit.

    Die Mango? Vielleicht war sie metaphorisch gemeint. Oder im selben Topf, bevor jemand sagte: „Ups, doch lieber raus damit.“


    Dieses Gericht war wie ein Blind Date mit gutem Profilbild: Die Beschreibung klang aufregend, exotisch, ein bisschen verrückt – doch was auf dem Teller landete, war eher „nette Persönlichkeit“.

    Die Farfalle bemüht, die Linsen emotional noch nicht ganz bereit, und die Tomatenhülsen… vielleicht einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

  • Pasta Capri mit veganem Hähnchen 

    € 3,65  |  5,30  |  6,95 | 13.06.2025


    Mutig wie eh und je habe ich mich an diesem sagenumwobenen Freitag, dem 13., in die Mensa gewagt – und was soll ich sagen?

    Ich wurde nicht enttäuscht (weder vom Essen noch vom Aberglauben

    Freitag, der 13.? Nicht für meine Geschmacksknospen – die hatten heute eindeutig Glück!

    Wo soll ich mit dem Lob nur anfangen?!

    Die Farfalle waren wirklich ein Gedicht. Nicht dieser matschige Einheitsbrei, den man manchmal in Großküchen fürchten muss, sondern angenehm bissfest – als hätte jemand in der Mensa kurz einen echten Italiener um Rat gefragt.

    3,65 €? Für den Preis hätte ich früher nicht mal ’ne halbtraurige Brezel am Bahnhof bekommen. Jetzt krieg ich Pasta mit Flair – what a time to be alive!“

    Die Pasta war weder klebrig noch trocken, sondern schön geschmeidig mit genau der richtigen Menge Soße. Bonuspunkte dafür, dass sie nicht einfach lieblos auf den Teller geklatscht wurden.

    Ein optisches und geschmackliches Highlight!

    Hähnchenimposter mit Geschmack

    Okay, ich gebe es zu – bei „veganem Hähnchen“ ist meine innere Skepsis normalerweise schneller am Start als mein Mensakonto leer ist. Aber heute? Hut ab! Die Textur war erstaunlich nah am Original: außen leicht kross, innen angenehm saftig – und das ganz ohne Gummihuhn-Feeling, das man leider viel zu oft kennt.

    Geschmacklich wirklich gut gewürzt, ohne zu penetrant zu sein. Kein Soja-Geschmack, der dir die Geschmacksknospen in den Streik treibt.

    Mehr davon bitte – öfter und gerne in Kombination mit anderen Gerichten!

    Und hier leider der einzige kleine Wermutstropfen im Capri-Paradies.

    Das Gemüse – vermutlich Zucchini, Paprika und ein paar Karotten – hatte offenbar einen Schwimmkurs gebucht.

    Es war wohl frisch aber zu verkocht – so wässrig, dass ich zwischendurch nach einem Abfluss auf meinem Tablett gesucht habe.

    Pasta Capri klingt wie ein teures Urlaubsziel – aber für 3,65 € ist man eher kulinarisch auf Klassenfahrt. Und das war heute echt ’ne gute!

    Geschmacklich war es etwas zu zurückhaltend, fast so, als hätte es Angst, den veganen Star des Tellers zu überstrahlen.

    Vielleicht beim nächsten Mal einfach ein bisschen länger abtropfen lassen oder leicht anbraten – das würde dem Ganzen nochmal mehr Charakter verleihen.


    Ein starkes Gericht mit viel Potenzial – insbesondere Nudeln und veganes Hähnchen hätten heute glatt einen Mensa-Oscar verdient.

    Nur das Gemüse sollte noch seinen Text proben, bevor es wieder auf die Bühne darf. Aber hey – für 3,65 € war das fast schon ein kulinarischer Glücksfall!

  • Süßkartoffel-Gnocchi auf buntem Gemüse mit fruchtiger Kokossoße

    € 3,70  |  5,40  |  7,05 | 11.06.2025


    Heute ging’s exotisch zu in der Mensa:

    Süßkartoffel-Gnocchi, buntes Gemüse, fruchtige Kokossoße – klang, als hätte das Gericht einen Kurzurlaub in Thailand gemacht und sich dann spontan fürs Lehramtsstudium entschieden.

    Ich war neugierig und hungrig, eine gefährliche Kombination.

    War’s ein Essen?
    War’s ein Snack?
    Ich weiß es nicht – aber ich würd’s wieder tun.

    Erster Eindruck: hübsch!

    Farbenfroh, dampfend, leicht duftend nach Kokos und Hoffnung. Das Gemüse machte einen munteren Eindruck – als wären Zucchini, Paprika und Karotte zusammen zum Yoga gegangen und hätten sich auf innere Ausgeglichenheit geeinigt. Sehr nett.

    Die Gnocchi?

    Wow – echt lecker! Nicht so sehr Süßkartoffelig im Geschmack, aber dafür leicht knautschig und mit einer dezenten Süße, die sich nicht in den Vordergrund drängte, sondern einfach charmant da war.

    Man hatte beim Kauen dieses angenehme „Ich-bin-noch-da“-Gefühl, was bei Mensa-Gnocchi durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Keine Spur von gummiartiger Traurigkeit – stattdessen angenehm flauschig mit zartem Biss. Ein bisschen wie kleine, süßliche Wolken mit Charakter.

    So wie dieser eine Kommilitone, der nie was sagt, aber immer die besten Noten hat.

    Und sonst dazu?

    Die Kokossoße war fruchtig, wie versprochen – ein Hauch von Mango? Ananas?

    Irgendwas Tropisches jedenfalls, das mit dem Gemüse Händchen hielt und dabei freundlich „Namaste“ sagte. Insgesamt eine schöne Kombination, bei der man kurz vergaß, dass man eigentlich zwischen zwei Vorlesungen in einer überfüllten Mensa sitzt.

    Das bunte Gemüse war größtenteils auf den Punkt gegart – nicht zu labberig, nicht zu roh. Zucchini mit noch erkennbarem Biss, Karotten leicht knackig, Paprika leicht weich, aber nicht traurig.

    Man merkte: Das Gemüse wollte, dass es auffällt – hat’s aber trotzdem nicht übertrieben. Alles in allem: gute Balance, aber ein Tick mehr Röstaroma oder Würze hätte das Ganze noch vom „gut“ ins „richtig gut“ katapultiert.

    Wie nennt man es, wenn die Gnocchi perfekt sind, aber man danach trotzdem hungrig ist:

    Kulinarische Friendzone.

    Die traurige Erkenntnis:

    Nach dem letzten Bissen Gnocchi war ich zwar glücklich – aber auch noch ein bisschen hungrig. Nicht „ich geh nochmal zur Theke“-hungrig, sondern eher „Ich könnte jetzt noch einen halben Döner nachlegen“-hungrig.

    Das Gericht war lecker, aber irgendwie zu leicht für den Studienalltag.

    Für ein Snack-Date top – fürs Kantinen-Koma zu wenig.


    Und so bleibst dabei:

    Lecker, liebevoll gemacht und schön fürs Auge – aber eher ein Snack als eine Mahlzeit.

    Geschmack: top, Sättigungsfaktor: eher low-carb auf emotionaler Ebene.

    Mehr Gnocchi, mehr Glück!

  • Bratnudeln mit frischem Gemüse, Räuchertofu und Ei 

    € 4,10  |  5,95  |  7,80 | 10.06.2025


    Das Menü klang auf dem Papier wie eine solide Nummer – ein bisschen Wok-Feeling, ein bisschen Protein durch Tofu und Ei, dazu buntes Gemüse.

    Ich war auf jeden Fall gespannt, beim Anstehen in der Schlange…

    Warum essen Studierende immer Nudeln?
    Weil sie die einzige Beziehung sind, die nicht kompliziert ist!

    Was mich dann auf dem Teller erwartete, war… nun ja, zunächst einmal eine sehr großzügige Portion.

    Wer nach dieser Mahlzeit noch Hunger hat, muss entweder ein Leistungssportler sein oder hat vorher 3 Tage gefastet.

    Also: satt wird man auf jeden Fall – Punkt für die Mensa!

    Die Nudeln selbst?

    Leider etwas auf der weichen Seite. Bratnudeln, wie man sie sich wünscht – außen leicht kross, innen noch etwas Biss – waren das heute eher nicht. Stattdessen gaben sie sich eher als warme, brave Kohlenhydrate, die einfach nett sein wollten, ohne sich groß in den Vordergrund zu drängen. Geschmacklich… zurückhaltend.

    Man könnte auch sagen: neutral. Oder diplomatisch. Vielleicht wollten sie einfach keinen Streit mit dem Räuchertofu anfangen.

    Apropos Tofu: Der war da. Man hat ihn gesehen. Man hat ihn auch erkannt. Aber der Räucher-Anteil hat sich eher auf die Farbe als auf das Aroma konzentriert. Wer sich auf eine rauchige Geschmacksexplosion gefreut hat, bekam eher einen sanften Hauch von „Ich war mal in der Nähe eines Grills“.

    Trotzdem: kein Totalausfall. Eher ein Gericht, das ganz freundlich „Hallo“ sagt – aber das Gespräch lieber anderen überlässt.

    Dazwischen: Gemüse!

    Klingt erstmal gut – und da gab es tatsächlich einen Lichtblick: die Edamame. Ehrlich – diese kleinen grünen Bohnen waren das einzig wirklich bissfeste, frische Element im Gericht. Sie hatten Struktur, Persönlichkeit – fast sowas wie Charakter. Vielleicht waren sie aus Versehen drin, aber ich war dankbar für sie. Die restlichen Gemüseelemente (ein paar Zucchini, Paprika?) waren eher weichgekocht bis scheu.

    Geschmacklich leider heute alles eher im Wellness-Modus: entspannt, aber wenig aufregend.


    Mein Fazit?

    Es war warm, sättigend und sah gar nicht schlecht aus. Leider fehlte ein bisschen das gewisse Etwas – sei es durch eine Soße, ein paar Gewürze oder einen Spritzer Sesamöl. Selbst ein kleiner Schuss Sojasoße oder ein Klecks Maggi hätte hier wahre Wunder wirken können.



    Wie nennt man es, wenn das Mensa-Essen richtig gut gewürzt ist?

    Ein Versehen.