Autor: Teller-Titan

  • AKTION Internationale Woche — Bratnudeln mit Gemüse und Tofu, dazu hausgemachte süß-saure Soße

    € 4,10  |  5,95  |  7,80 | 13.11.2025


    Seien wir ehrlich liebe Leute, der Anfang dieser Mensa-Woche war leider nicht sehr berauschend.

    Doch trotzdem betrat ich die Mensa – heute aber mit der Erwartungshaltung eines hungrigen Erstis am Monatsende: niedrig, aber bereit, mich überraschen zu lassen.

    Und was soll ich sagen – es war ein guter Tag!

    Internationale Woche in der Mensa: Heute wurde gereist, ohne den Campus zu verlassen

    Die Bratnudeln kamen dampfend und voller Selbstbewusstsein daher – so, als wüssten sie, dass sie heute die Hauptrolle spielen. Lecker, gut gewürzt, leicht knusprig, als hätten sie vorher ein Praktikum in einer asiatischen Streetfood-Pfanne absolviert.

    Ein Gericht, das so international klingt, dass ich kurz meinen Studierendenausweis zücken wollte, um zu schauen, ob ich plötzlich Erasmus-Student bin.

    Das Gemüse war überraschend frisch und knackig. Bei jedem Bissen hatte ich das Gefühl, dass es mich moralisch verurteilt, weil ich normalerweise Pizza-Baguettes als Gemüseportion zähle.

    Karotte, Paprika, vielleicht ein Hauch Zucchini – alles in auf dem Teller präsent wie eine PowerPoint-Folie voller Bulletpoints: klar, sauber, überzeugend.

    Der Tofu war angenehm solide. Nicht der aufregendste Teil des Gerichts, aber hey – Tofu ist der Introvertierte unter den Lebensmitteln:

    ruhig, unscheinbar, aber macht den Job. Und dieser Tofu hat den Job bestanden. Kein Quietschtofu, kein gummiartiges Schicksal, einfach gut.

    Und dann… die süß-saure Soße.

    Sie war lecker – wirklich! Aber ein kleines bisschen zu süß, so als hätte jemand im Koch-Team gesagt:

    „Mach’s süß-sauer!“

    und der Praktikant verstand:

    „Mach’s süß. Punkt.“

    Dazu ein leichter seifiger Touch, der mich an die WG-Küche erinnerte, wenn jemand das Spülmittel nicht gründlich abspült.

    Nicht schlimm, aber ein bisschen so, als hätte die Soße einen Spa-Tag gehabt.


    Trotzdem – die Kombination insgesamt war wirklich lecker, stimmig, sättigend und definitiv wiederholungswürdig.

    Wenn die Mensa das öfter bringt, bin ich Stammgast. Vielleicht sogar häufiger als bei den Pommes, und das ist ein Satz, den ich nie sagen wollte.

  • Krautschupfnudeln mit frischen Gemüsestreifen und Röstzwiebeln

    € 4,10  |  5,95  |  7,80 | 12.11.2025


    Manchmal liest man den Namen eines Gerichts und denkt: Das klingt bodenständig, das klingt sicher.

    „Krautschupfnudeln“ – das ist so ein Name. Da erwartet man gemütliches Essen, Wärme, ein bisschen Süddeutschland auf dem Tablett.

    Leider bekam ich eher eine kulinarische Erinnerung an den Chemieraum.

    Die Salz-und Pfeffertüten immer in Reichweite – doch heute absolut obsolet!

    Die Schupfnudeln selbst waren okay. Nichts Besonderes, aber sie erfüllten ihren Zweck. Nur schade, dass das „Kraut“ nicht wirklich mit den Nudeln verschmolzen war – es war einfach drübergekippt, so nach dem Motto: „Hier, mach du das jetzt.“

    Von „Krautschupfnudel“ also keine Spur, eher „Schupfnudeln mit beiliegendem Krautproblem“.

    Die Gemüsestreifen wurden als „frisch“ angekündigt, fühlten sich aber an wie recycelte Geschenkbänder.

    Zäh, leicht fadenziehend, geschmacklich unauffällig

    – ich war mir zeitweise unsicher, ob ich gerade Zucchini esse oder Deko.

    Das Beste: Sie sahen den Röstzwiebeln so ähnlich, dass man irgendwann einfach aufgegeben hat, zu unterscheiden, was man da gerade kaut.

    Und dann das Kraut.

    Dieses Kraut war kein Teamplayer. Bitter, sauer, mit der charmanten Aura eines abgetropften Kühllagerprodukts, das schon länger über seine Lebensfreude nachdenkt. Es roch nach „Fermentation gone wrong“ und schmeckte nach Mensa-Mutprobe.

    Nach dem dritten Bissen wusste ich: Das wird heute kein Happy End.


    Die Schupfnudeln? Solide.

    Die Gemüsestreifen? Rätselhaft.

    Das Kraut? Dramatisch.

    Insgesamt ein Gericht, das eine interessante Texturreise bot —beim nächsten Mal vielleicht lieber etwas, das nicht nach Hauswirtschaftsunterricht auf Diät schmeckt.

  • Vegane Gemüsefrikadellen mit fruchtiger Currysoße, dazu Mandel-Reis 

    € 4,30  |  6,25  |  8,20 | 10.11.2025


    Ich gebe es zu: Ich hatte Hoffnung.

    Der Name klang ambitioniert – fast schon poetisch. „Fruchtige Currysoße“, „Mandel-Reis“, „vegane Gemüsefrikadellen“ – das hätte auch auf einer hippen Speisekarte in Berlin-Mitte stehen können.

    Nur dass hier eben keine 14 Euro dafür verlangt wurden, sondern ein Mensa-Tablett und etwas Mut.


    Ein Teller zwischen Hoffnung, Curry und Colgate.

    Der MandelReis war tatsächlich das Highlight des Tellers. Schön locker, angenehm nussig – man merkte, dass er einfach seine Aufgabe kannte: unauffällig gut sein.

    Der Reis? Ein typischer Nebencharakter, der alles richtig macht, aber nie Applaus bekommt.

    Die Gemüsefrikadellen hingegen waren okay, aber ein wenig trocken. Nicht katastrophal, aber so, dass man sich beim Kauen fragte, ob man vielleicht doch hätte Suppe nehmen sollen. Der Geschmack war solide, das Mundgefühl leicht sandig.

    Frikadellen waren so, als hätte man ein Stück Hoffnung in der Sonne liegen lassen.

    Und dann kam die Currysoße.

    Diese Soße war … ein Erlebnis. Und nicht in dem Sinne, dass man es jemandem weiterempfehlen möchte. Fruchtig? Ja, ein bisschen. Salzig? Auf jeden Fall. Aber dazwischen versteckte sich eine merkwürdige Frische, die stark an Zahnpasta erinnerte.

    Es war, als hätte jemand Mango, Salz und Mundwasser in den Mixer geworfen und gesagt: „Das ist jetzt Kunst.“

    Man schmeckte förmlich den Versuch, kreativ zu sein – nur leider hat die Soße wohl den gleichen Geschmackstest bestanden wie Zahnpasta mit Orangensaft. Nach dem dritten Bissen wusste ich nicht mehr, ob ich gerade esse oder Zähne putze.


    Und was bleibt als Fazit?

    Ein Gericht, das man nicht hasst, aber das man auch keinem Freund empfehlen würde – außer vielleicht, wenn man ihn ärgern möchte.

  • Grüne Nudeln mit veganem Zitronen-Hähnchen und Schwarzwurzeln in Senf-Sahne-Soße

    € 4,70  |  6,85  |  8,95 | 09.10.2025

    Also, liebe Mensa-Crew… was war denn da los?

    Neues Semester, neue Leute, neuer Stundenplan – und dann direkt so ein kulinarischer Knockout in der Mensa!

    Herzlich Willkommen – an Alle, die schon letztes Semester mitdabei waren & für die jetzt neu einsteigen: dieses Semester wird gerockt!!

    Wenn Glück einen Geschmack hätte – es wäre grüne Nudeln mit veganem Zitronen-Hähnchen in Senf-Sahne-Soße.

    Fangen wir vorne an:

    Die grünen Nudeln – optisch erstmal so, als hätte Hulk beim Kochen geholfen. Aber geschmacklich? Eine Offenbarung! Schön bissfest, nicht verkocht (Respekt, das schaffen selbst einige mittelklassige Ulmer Gaststätten nicht), und mit dieser leicht samtigen Textur, die einem das Gefühl gibt, man esse etwas Hochwertiges und nicht nur „Studentenfutter mit Farbe“.

    Dann das vegane ZitronenHähnchen. Ich war skeptisch. Sehr sogar. „Zitronen-Hähnchen“ klingt schon fancy, aber „vegan“?

    Ich dachte, das wird wieder so ein Gummiblock mit schlechtem Gewissen.

    Doch dann: Bämm! Geschmacklich top, Konsistenz perfekt, und dieser Hauch von Zitrone? Wie ein kleiner Sommerurlaub in der Mensa-Schale. Wenn das wirklich kein echtes Huhn war, dann Hut ab – das Labor, das das erfunden hat, sollte einen Michelin-Stern kriegen. Ich schwöre, wenn alle Fake-Hühner so schmecken würden, gäbe es weltweit keine Federn mehr zum Rupfen.

    Und dazu die Schwarzwurzeln!

    Die wurden lange vernachlässigt in der Mensa-Küche – aber endlich bekommen sie ihre Bühne! Zart, cremig, perfekt in dieser leicht scharfen Senf-Sahne-Soße, die einfach alles zusammenhält.

    Die Soße war so gut, ich hätte sie auch pur mit einem Löffel gegessen. Oder mit einem Stück Brot aufgetunkt. Oder mit einem Eimer. Nur keine falsche Scham. 

    Und das Beste?

    Die Portion war perfekt. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Man geht raus, ist satt, aber noch fähig, im Nachhinein einen Kaffee zu holen, ohne ins Fresskoma zu fallen. Für 4,70 € – das ist fast schon unverschämt günstig für so ein Geschmackserlebnis.


    Dieses Gericht kommt offiziell in meine Top 10 Mensa-Gerichte ever.

    Bitte, liebes Mensa-Team: bringt dieses Gericht immer wieder! Oder macht es zum festen Bestandteil der Speisekarte. Ich verspreche, ich schreibe eine Petition und sammle Unterschriften in der Bib.

  • Hähnchenbrust Piccata Milanese mit würzigen Tomaten-Spaghetti 

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 16.07.2025


    Es klang so schön. „Hähnchenbrust Piccata Milanese mit würzigen Tomaten-Spaghetti“. Man denkt an Italien, an duftende Kräuter, an ein kleines Bistro irgendwo zwischen Mailand und einer Aperol-Werbung.

    Aber was auf dem Tablett landete, war… sagen wir: nicht Dolce Vita, sondern eher „Dolce why-did-I-do-this-a“.


    So schmeckt Italien… wenn man es 48 Stunden in der Tupperdose vergisst.

    Die Nudeln – ein kulinarischer Weichzeichner

    Fangen wir mit den Spaghetti an. Oder wie ich sie liebevoll nenne: die Teigfäden der Tristesse. Al dente? Nicht mal d’ran-te!

    Die waren so durchgekocht, dass ich sie mit einem Löffel hätte trinken können. Ich vermute, sie wurden um 6 Uhr morgens ins Wasser gelegt, das Kochen vergessen – und pünktlich zum Mittag nur noch aus dem Topf gegossen.

    Schade, dass wissen wir doch alle geht besser!

    Die Wahrheit ist: Dieses Gericht war nicht Milanese, sondern einfach miserabelese.

    Der Geschmack der Tomatensoße?

    Stell dir vor, jemand hätte einen Esslöffel Ketchup in einen Eimer Wasser gerührt, dann ein Basilikumblatt mit traurigem Blick reingehalten – und gesagt: „Basst scho.“

    Es war weniger „Soße“ und mehr eine rote Erinnerung an das, was Soße mal war. Würzig? Wenn mit „würzig“ gemeint ist: „Hat irgendwo einen Hauch von Tomate gesehen“, dann ja. Sonst eher: „Schatten eines Aromas“.

    Die Hähnchenbrust – zwischen Hoffnung und Hühnertrauma

    Zwei Stück lagen da. Zwei kleine, blasse Hoffnungsträger.

    Doch schon beim ersten Blick war klar: Das wird nix.

    Man blickte sich stumm an, als wolle man sagen:

    „Du auch Piccata genommen? Mein Beileid.“

    Die Panade – ein weicher Lappen mit Identitätskrise. Nicht kross, nicht knusprig, nicht mal auf der Flucht.

    Ich hätte einen nassen Schwamm aufbraten können und es wäre textlich spannender gewesen.

    Die Atmosphäre in der Mensa war wie das Essen:

    warm, aber traurig.


    Für Fans von matschiger Panade, geschmacksloser Soße und der großen Frage „Warum tu ich mir das an?“ ist dieses Gericht genau das Richtige.

    Für alle anderen: Nimm das vegetarische Gericht. Oder ein. Oder ein Semester Auszeit.

  • Kartoffelgratin Elsässer Art mit Lauch und Zwiebel

    € 3,80  |  5,55  |  7,25 | 15.07.2025


    Manchmal gehst du einfach nur hungrig in die Mensa.

    Und manchmal gehst du rein und findest… eine warme Umarmung in Auflaufform.

    So geschehen am Dienstag, 12:37 Uhr, Tablett in der Hand, Hoffnung im Herzen, Kater im Kopf.

    Da lag es – das „Kartoffelgratin Elsässer Art mit Lauch und Zwiebel“.

    bisschen wie das WG-Leben: chaotisch, wild, manchmal zu viel – aber am Ende liebt man’s trotzdem

    Zugegeben: Rein optisch hätte es auch ein zerquetschter Kissenbezug sein können, der zufällig im Backofen geschmolzen ist.

    Aber wer die Mensa nur nach Aussehen beurteilt, hat auch schon mal Mate für Champagner gehalten. Also: rein da!

    Die Kartoffeln?

    Butterweich, aber mit Rückgrat. Kein matschiger Brei, sondern genau richtig gegart – wie ein Mittelweg zwischen „al dente“ und „Oma hat Zeit gehabt“.

    Der Käse obendrauf?

    Goldbraun gebräunt, wie ein französischer Austauschstudent nach dem ersten Sommer am Baggersee. Eine richtig gute Käsekruste, die beim Schneiden sanft knistert – akustischer Foodporn.

    3,80 € für ein Gericht, das mich für 20 Minuten glauben ließ, ich wär in einem rustikalen Elsässer Gasthaus

    Der Lauch?

    Joa. War wohl da. Hat sich aber eher wie ein schüchterner Ersti in der Vorlesung verhalten: da, aber leise.

    Die Zwiebeln? Haben im Hintergrund mitgearbeitet. So wie der eine Kommilitone, der in Gruppenarbeiten die Präsentation zusammenkopiert – nicht sichtbar, aber entscheidend.


    In meiner Top 10 Mensa-Gerichte definitiv safe ein Platz. Vielleicht nicht das spektakulärste Essen des Jahres, aber einfach ehrlich, sättigend und sehr solide.

    Weiter so, das macht Bock auf mehr!

  • Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout 

    € 3,40  |  4,95  |  6,50 | 14.07.2025


    Es war Montag.

    Es regnete. Natürlich.

    Ulm präsentierte sich von seiner besten Seite – grau, nass und mit dieser ganz speziellen Mischung aus Regen, Wind und „Warum tu ich mir das eigentlich an?“. Ich war müde, mein Hirn matschiger als das Lern-Skript aus der dritten Semesterwoche. Was mich retten sollte? Die Hoffnung auf warmes Essen.

    Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout“ – 3,40 €.

    Klingt erstmal wie ein Menü aus einem hippen veganen Pop-Up-Restaurant in Berlin-Neukölln. 

    Dieses Gericht hat heute wohl mehr Fragen aufgeworfen als meine Bachelorarbeit.

    Spoiler, es war nicht allzu lecker…

    Der allgemeine erste Eindruck

    Ich weiß nicht, ob das Gericht mit Wasser oder mit Tränen gekocht wurde – jedenfalls war es wässriger als meine Motivation für die morgendliche 8-Uhr-Bibroutine.

    Geschmacklich erinnerte es an… nichts. Einfach nichts. Vielleicht an traurige Dosentomaten, die sich mit gekochten Linsen unter der Dusche getroffen haben. Kein Salz, keine Würze, kein Charakter.

    So fade, dass selbst eine Reiswaffel nebenan wie ein Gewürzbasar in Marrakesch wirkt.

    Die Mango – der große Bluff

    Mango? Wo?! Ich habe gelöffelt, gerührt, gesucht, gebetet. Vielleicht war ein Molekül Mango irgendwo im Topf, aber mein Gaumen hat davon nichts mitbekommen. Ich glaube, die Mango war nur im Titel dabei, damit das Gericht auf dem Aushang fancy aussieht. Wahrscheinlich hat man einfach einen Smoothie in die Nähe des Kochtopfs gehalten – das war’s dann mit dem Fruchtanteil.

    Die Makkaroni – eine Identitätskrise

    Kommen wir zu einem weiteren Skandal des Tages: Die Makkaroni waren keine Makkaroni.

    Es waren Rigatoni. Dicke, kurze Röhrennudeln. Makkaroni ist das, was man als Kind gegessen hat, wenn man krank war. Rigatoni ist das, was man bekommt, wenn der Koch keine Lust mehr hatte, das richtige Schild rauszuholen.

    Ich erwarte ja keine Sterneküche in der Mensa – aber ich erwarte Ehrlichkeit.

    Der Trostpunkt

    Für 3,40 € kann man nicht viel erwarten.

    Aber dass man so konsequent enttäuscht wird, ist auch eine Leistung.

    Immerhin: Ich hab jetzt eine Geschichte, die ich später meinen Enkelkindern erzählen kann.

    „Kinder, damals, 2025, hab ich mal Mango in der Mensa gesucht… und nie gefunden.“


    Das Gericht war wie ein Montag in Nudel-Form: grau, enttäuschend und völlig ohne Highlights.

    Mango? Fehlanzeige. Geschmack? Vermisst. Makkaroni? Identitätskrise.

    Aber hey – 3,40 € für ein kulinarisches Trauma? Schnäppchen!

    Nächstes Mal esse ich einfach eine trockene Semmel. Da weiß man wenigstens, woran man ist.

  • Süßkartoffel-Gnocchi auf buntem Gemüse mit fruchtiger Kokossoße 

    € 3,70  |  5,40  |  7,05 | 09.07.2025


    Also Leute, ich weiß nicht, was heute in der Mensa los war – vielleicht war’s ein kulinarisches Experiment, vielleicht auch nur ein Versehen im Kartoffeluniversum.

    Aber was da heute auf dem Teller lag, war eine bittersüße Tragikomödie…

    Akt 1: Das Gemüse.

    Leute… das Gemüse! Frisch. Knackig. Farbenfroh. Erbsen, Paprika, Brokkoli – das volle Paket.

    Jeder Biss war wie ein kleiner Applaus für den Vitaminhaushalt.

    Kein matschiger Gemüdetod, keine traurige TK-Ware von 2018. Nein, das war echtes Gemüse mit Persönlichkeit.

    So gut, dass sogar mein innerer Kindergärtner sagte: „Guck mal, Mama, ich esse freiwillig Brokkoli!“

    Akt 2: Die fruchtige Kokossoße

    Leute, es gibt wenige Dinge, die mich jemals so aus den Mensa-Stühlen gehauen haben, wie diese Soße heute.

    Ein Tropensturm aus Geschmack, sanft wie ein Sonnenuntergang auf Bali. Süßlich, leicht exotisch, und perfekt gewürzt.

    Ich schwöre, ich hätte die Soße trinken können. Mit Strohhalm.

    Ein bisschen wie wenn Ananas und Kokosnuss zusammen Urlaub machen und dich spontan einladen, am Lagerfeuer ihre Aromen zu probieren.

    Kurz gesagt:

    Diese Soße war nicht Beilage – sie war das Hauptgericht im Herzen.

    Akt 3: Die Gnocchi – der große Stimmungskiller im Süßkartoffelpelz

    Und dann… kamen sie.

    Die Süßkartoffel-Gnocchi.

    Klingt fancy. Klingt gesund. Klingt wie: „Ich mache Yoga und trinke Ingwershots.“

    ABER.

    Sie waren matschig, zäh, traurig.

    Stell dir vor, jemand hat eine Kartoffel geknetet, mit Sehnsucht überbacken und dann vergessen, wie man sie kocht.

    Oder wie ein weiches Kissen – aber eins von der Sorte, die nach drei Nächten Genickschmerzen verursacht.

    Sie haben überhaupt nicht zur leichten, fruchtigen Kokossoße gepasst.

    Eher wie: “Ich bin hier, weil der Praktikant sich verklickt hat.”

    Und so blieb es eine Drei-Sterne-Romanze mit einem tragischen Gnocchi-Ende…

    So Schade, da war mehr drin!


    Bitte, bitte, BITTE macht dieses Gericht noch mal – aber ersetzt die Gnocchi durch Reis.

    Oder Quinoa. Oder Couscous.

    Oder notfalls einfach ein aufgeschäumtes Luftkissen. Hauptsache, die Soße darf nochmal glänzen – mit einem würdigen Partner.

  • Kalbfleischfrikadellen mit Schmorzwiebelsoße, Bunter Kartoffelsalat

    € 4,75  |  6,90  |  9,05 | 07.07.2025


    Montag. 12:15 Uhr.

    Der Himmel grau, mein Energielevel irgendwo zwischen „noch nicht wach“ und „warum überhaupt aufgestanden?“.

    Mit einer Prise Hoffnung und dieser immerwährenden Portion Misstrauen gegen das Mensa-Schicksal betrat ich die heiligen Hallen…


    Gegönnt. Sorry, kleines Kalb. Du warst wirklich lecker

    Meine Güte.

    Ich hätte erwartet, dass Frikadellen in der Mensa hart sind wie mein Zeitplan in der Prüfungsphase – stattdessen: außen goldbraun und knusprig, innen zart und locker.

    So fluffig, dass ich kurz daran dachte, die Mensa könnte versehentlich ein Gourmet-Catering gebucht haben.

    Der Geschmack? Aromatisch, leicht nussig, mit einer feinen Würze, die nicht nach Kantine, sondern nach “Oma hat sich Mühe gegeben” schmeckte.

    Einziger Wermutstropfen:

    Die Gedanken ans Kalb.

    Ja, ich hatte kurz Gewissensbisse. Aber ich dachte mir: Es ist Montag. Es regnet. Ich bin Student. Man muss sich auch mal was gönnen.

    Die Schmorzwiebelsoße

    Wie eine warme Umarmung in flüssiger Form. Rahmig, leicht süßlich durch die geschmorten Zwiebeln, mit genau der richtigen Dicke, um nicht als Suppe durchzugehen, aber auch nicht die Kartoffeln zu kidnappen.

    Ich hätte sie pur gelöffelt – und ich bin sicher, mindestens ein anderer Tisch hat es getan.

    Also ehrlich: Ich weiß nicht, wer heute in der Mensa am Herd stand, aber bitte lasst diese Person nie wieder Urlaub machen.

    Der bunte Kartoffelsalat

    „Bunt“ kann in der Mensa auch mal heißen: ein trauriger Würfel Paprika neben bleichem Kartoffelbrei. Nicht hier.

    Der Salat war frisch, knackig, liebevoll angemacht – und wirklich „bunt“ im besten Sinne. Rot, grün, gelb,– ein echter Beilagen-Profi.

    Ich überlege ernsthaft, den Koch oder die Köchin zu adoptieren.

    Und der Preis?

    4,75 €. Dafür kriegt man sonst in der Innenstadt maximal ein belegtes Brötchen und einen enttäuschten Blick. Heute gab es dafür: Geschmack, Sättigung, Soßenglück und ein bisschen Luxus im grauen Unialltag.

    Für das, was da auf dem Tablett lag, war der Preis nicht nur fair – er war fast schon verdächtig günstig.


    Ich gehe selten mit einem Lächeln aus der Mensa. Heute war so ein Tag.

    Und das an einem Montag. Hut ab.

  • Hausgemachte Pasta mit Rauke, Pecorino und Pinienkernen

    € 4,95  |  7,20  |  9,45 | 03.07.2025


    Ich hatte eigentlich Lust auf das vegane Tikka Masala – doch das war um 12:30 Uhr schon ausverkauft. (RIP.)

    Also Plan B: „Hausgemachte Pasta mit Rauke, Pecorino und Pinienkernen“. Klang edel. Dachte: Wie schlimm kann’s sein?

    Nun ja.

    Eine neue Dimension von: Wenn man vor lauter Bäume die Pasta nicht mehr sieht.

    Vielleicht zuerst das Positive:

    Hausgemacht soll sie sein, die Pasta. Klingt erst mal vielversprechend – „hausgemacht“ suggeriert Liebe, Handarbeit und irgendwie auch italienische Nonna-Vibes.

    In der Realität: leider eher „hausgemacht in Eile“.

    Die Nudeln waren nicht schlecht, keine Frage. Aber sie waren auch nicht besonders gut. Es war halt… Pasta. Der Teig an sich okay, Konsistenz im soliden Mensa-Mittelmaß – aber komplett verloren im Chaos drumherum.

    Es war, als hätten sie aufgegeben.

    Der Teller bestand aus diesem bittergrünen Laub, das mich an meine Kindheit erinnerte – als ich mal aus Trotz Gras gegessen hab.

    Die Rauke (aka Rucola für Leute mit Lateinkenntnissen) war gefühlte 80 % des Tellers. Die Pasta war kaum noch sichtbar – die Rauke war nicht nur Deko – sie war DIE Zutat. Bitter, herb, präsent.

    Wer Grünzeug liebt, wird hier sehr, sehr glücklich. Wer Pasta bestellt hat… wird suchen müssen.

    Pasta lag traurig und schüchtern unter einem Berg von Rauke, haben kaum noch durchgeatmet, geschweige denn geschmeckt.

    Und noch was:

    Man freut sich ja, wenn die Mensa sich an teure Zutaten traut – Pinienkerne sind nun mal Luxus im Unialltag. Aber diese hier hatten offenbar ein längeres Date mit der Bratpfanne. Und das war keine gesunde Beziehung

    Crunchy, aber auf eine Art, die mich an meinen kaputten Toaster erinnert hat.

    Und zum Schluss noch das Öl.

    Geschmacklich den Rest komplett überlagert – als hätte jemand versucht, mit Olivenöl das Gericht zu retten… oder einfach vergessen, wann man aufhören sollte.

    Es war kein fein abgestimmtes Tröpfchen zur Abrundung – es war ein richtiger Schuss, mit Anlauf. Mein Gaumen war irgendwann einfach nur noch ölig überfordert.


    Für 4,95 € hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet – mehr Pasta, mehr Ausgewogenheit, weniger Öl.

    Insgesamt eher ein grüner Ausrutscher als ein gelungenes Mensa-Erlebnis.

    Ich bin satt geworden – aber nicht glücklich.