€ 4,10 | 5,95 | 7,80 | 12.11.2025
Manchmal liest man den Namen eines Gerichts und denkt: Das klingt bodenständig, das klingt sicher.
„Krautschupfnudeln“ – das ist so ein Name. Da erwartet man gemütliches Essen, Wärme, ein bisschen Süddeutschland auf dem Tablett.
Leider bekam ich eher eine kulinarische Erinnerung an den Chemieraum.

Die Schupfnudeln selbst waren okay. Nichts Besonderes, aber sie erfüllten ihren Zweck. Nur schade, dass das „Kraut“ nicht wirklich mit den Nudeln verschmolzen war – es war einfach drübergekippt, so nach dem Motto: „Hier, mach du das jetzt.“
Von „Krautschupfnudel“ also keine Spur, eher „Schupfnudeln mit beiliegendem Krautproblem“.
Die Gemüsestreifen wurden als „frisch“ angekündigt, fühlten sich aber an wie recycelte Geschenkbänder.
Zäh, leicht fadenziehend, geschmacklich unauffällig
– ich war mir zeitweise unsicher, ob ich gerade Zucchini esse oder Deko.
Das Beste: Sie sahen den Röstzwiebeln so ähnlich, dass man irgendwann einfach aufgegeben hat, zu unterscheiden, was man da gerade kaut.
Und dann das Kraut.
Dieses Kraut war kein Teamplayer. Bitter, sauer, mit der charmanten Aura eines abgetropften Kühllagerprodukts, das schon länger über seine Lebensfreude nachdenkt. Es roch nach „Fermentation gone wrong“ und schmeckte nach Mensa-Mutprobe.
Nach dem dritten Bissen wusste ich: Das wird heute kein Happy End.
Die Schupfnudeln? Solide.
Die Gemüsestreifen? Rätselhaft.
Das Kraut? Dramatisch.
Insgesamt ein Gericht, das eine interessante Texturreise bot —beim nächsten Mal vielleicht lieber etwas, das nicht nach Hauswirtschaftsunterricht auf Diät schmeckt.
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