€ 3,40 | 4,95 | 6,50 | 14.07.2025
Es war Montag.
Es regnete. Natürlich.
Ulm präsentierte sich von seiner besten Seite – grau, nass und mit dieser ganz speziellen Mischung aus Regen, Wind und „Warum tu ich mir das eigentlich an?“. Ich war müde, mein Hirn matschiger als das Lern-Skript aus der dritten Semesterwoche. Was mich retten sollte? Die Hoffnung auf warmes Essen.
„Makkaroni mit Tomaten-Mango-Belugalinsenragout“ – 3,40 €.
Klingt erstmal wie ein Menü aus einem hippen veganen Pop-Up-Restaurant in Berlin-Neukölln.

Spoiler, es war nicht allzu lecker…
Der allgemeine erste Eindruck
Ich weiß nicht, ob das Gericht mit Wasser oder mit Tränen gekocht wurde – jedenfalls war es wässriger als meine Motivation für die morgendliche 8-Uhr-Bibroutine.
Geschmacklich erinnerte es an… nichts. Einfach nichts. Vielleicht an traurige Dosentomaten, die sich mit gekochten Linsen unter der Dusche getroffen haben. Kein Salz, keine Würze, kein Charakter.
So fade, dass selbst eine Reiswaffel nebenan wie ein Gewürzbasar in Marrakesch wirkt.
Die Mango – der große Bluff
Mango? Wo?! Ich habe gelöffelt, gerührt, gesucht, gebetet. Vielleicht war ein Molekül Mango irgendwo im Topf, aber mein Gaumen hat davon nichts mitbekommen. Ich glaube, die Mango war nur im Titel dabei, damit das Gericht auf dem Aushang fancy aussieht. Wahrscheinlich hat man einfach einen Smoothie in die Nähe des Kochtopfs gehalten – das war’s dann mit dem Fruchtanteil.
Die Makkaroni – eine Identitätskrise
Kommen wir zu einem weiteren Skandal des Tages: Die Makkaroni waren keine Makkaroni.
Es waren Rigatoni. Dicke, kurze Röhrennudeln. Makkaroni ist das, was man als Kind gegessen hat, wenn man krank war. Rigatoni ist das, was man bekommt, wenn der Koch keine Lust mehr hatte, das richtige Schild rauszuholen.
Ich erwarte ja keine Sterneküche in der Mensa – aber ich erwarte Ehrlichkeit.
Der Trostpunkt
Für 3,40 € kann man nicht viel erwarten.
Aber dass man so konsequent enttäuscht wird, ist auch eine Leistung.
Immerhin: Ich hab jetzt eine Geschichte, die ich später meinen Enkelkindern erzählen kann.
„Kinder, damals, 2025, hab ich mal Mango in der Mensa gesucht… und nie gefunden.“
Das Gericht war wie ein Montag in Nudel-Form: grau, enttäuschend und völlig ohne Highlights.
Mango? Fehlanzeige. Geschmack? Vermisst. Makkaroni? Identitätskrise.
Aber hey – 3,40 € für ein kulinarisches Trauma? Schnäppchen!
Nächstes Mal esse ich einfach eine trockene Semmel. Da weiß man wenigstens, woran man ist.
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